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Musik & Film10. Oktober 2026, 19:01 Uhr · von Redaktion

Netflix-Hit rüttelt Afrika auf

Die simbabwische Autorin Sue Nyathi landet mit „The Polygamist“ einen Netflix-Erfolg: Die Serie schaffte es in 62 Ländern in die Top 10. Ihr zentrales Thema: Frauen werde Polygamie heute oft nicht offen gesagt, sondern aufgezwungen.

Netflix-Hit rüttelt Afrika auf

Foto: Coolcaesar at English Wikipedia / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Was Verlage einst abgelehnt hatten, wurde am Ende zum internationalen Streaming-Erfolg: Sue Nyathi brachte ihren Debütroman „The Polygamist“ 2012 im Selbstverlag heraus, nachdem ihr signalisiert worden war, für die Geschichte gebe es keinen Markt. Jahre später schaffte es der Stoff zu Netflix – und dort schlug die Serie überraschend groß ein.

Die Bilanz ist bemerkenswert: In 62 Ländern landete „The Polygamist“ in den Top 10, in 21 Ländern sogar auf Platz 1. Laut SRF kam die Produktion insgesamt auf fast 28 Millionen Aufrufe. Im Mittelpunkt steht eine Frau, die glaubt, in einer monogamen Ehe zu leben – bis sich herausstellt, dass ihr Mann parallel weitere Beziehungen und Haushalte führt.

Warum Nyathi von „pervertierter Polygamie“ spricht

Nyathi grenzt diese Form klar von traditioneller Polygamie ab, wie sie sie aus der eigenen Familiengeschichte kennt. Dort sei für alle Beteiligten offen gewesen, wer mit wem verheiratet ist. In ihrem Roman gehe es dagegen um Täuschung: Ein Mann gebe vor, monogam zu leben, während er längst weitere Beziehungen führe. Genau darin liege für sie das Problem – weil Frauen so keine echte Wahl hätten.

Die Autorin betont zugleich, dass sie Polygamie nicht pauschal verurteilt. Entscheidend sei für sie die freie Entscheidung der Frau. Nach ihrer Einschätzung werde Polygamie heute häufiger verheimlicht, weil viele Frauen besser ausgebildet, berufstätig und unabhängiger seien als frühere Generationen. Manche Männer würden das Thema deshalb erst dann offenbaren, wenn die Partnerin schon lange in der Beziehung steckt.

Darum trifft die Serie einen Nerv

Dass die Netflix-Adaption in vielen afrikanischen Ländern heftige Debatten ausgelöst hat, überrascht Nyathi nicht. Ihre Erklärung: Viele Menschen erkennen sich selbst oder ihr Umfeld in der Geschichte wieder. Gerade diese Nähe zur Lebensrealität habe den Stoff so wirksam gemacht.

  • Roman erstmals 2012 im Selbstverlag erschienen
  • Netflix-Top-10 in 62 Ländern
  • Platz 1 in 21 Ländern
  • Fast 28 Millionen Aufrufe

Quelle: SRF