Muti will russischen Pass
Die italienische Schauspielerin Ornella Muti hat gemeinsam mit ihrer Tochter Naike Rivelli die russische Staatsbürgerschaft beantragt. Der Schritt sorgt wegen ihrer bekannten Russland-Nähe und des Ukraine-Kriegs erneut für Kritik.

Ornella Muti will russische Staatsbürgerin werden: Die 71-jährige italienische Schauspielerin hat nach Angaben ihrer Tochter Naike Rivelli einen Antrag auf einen russischen Pass gestellt. Auch Rivelli selbst habe diesen Schritt eingeleitet. Als Grund nannte sie die familiäre Verbindung zu Russland – Mutis Mutter war Russin.
Die Familie betont demnach, dass der Antrag keine Abkehr von Italien bedeute. Trotzdem fällt der Schritt in eine heikle Phase: Das Verhältnis zwischen Russland und vielen westlichen Staaten, darunter Italien, ist seit dem Krieg gegen die Ukraine stark belastet. Gerade deshalb dürfte die Entscheidung in Mutis Heimat erneut Diskussionen auslösen.
Enge Verbindung zu Russland
Muti und ihre Tochter hatten ihre Nähe zu Russland schon mehrfach öffentlich gemacht und das Land in der Vergangenheit wiederholt besucht. Die Schauspielerin, die mit bürgerlichem Namen Francesca Romana Rivelli heißt, zählt seit den 1970er Jahren zu den bekanntesten Gesichtern des italienischen Kinos. Rivelli arbeitet als Sängerin und Künstlerin.
- Ornella Muti ist 71 Jahre alt
- Naike Rivelli ist 51 Jahre alt
- Mutis Mutter stammte aus Russland
- Beide haben einen Antrag auf die russische Staatsbürgerschaft gestellt
Frühere Russland-Reisen sorgten für Ärger
Dass Muti ihre Sympathie für Russland offen zeigt, hatte schon früher Folgen. 2010 sagte sie einen Theaterauftritt in Pordenone wegen einer angeblichen Erkrankung ab, nahm jedoch stattdessen an einem Charity-Dinner an der Seite von Wladimir Putin in St. Petersburg teil. In der Folge wurde sie wegen Betrugs verurteilt: Das Gericht sprach eine Strafe von acht Monaten Haft und 600 Euro aus. Die Haft musste sie nicht antreten, stattdessen zahlte sie 30.000 Euro.
Auch 2024 gab es erneut Irritationen in Italien. Damals reiste Muti nach Sotschi, wo ein großes Wandgemälde mit ihrem Porträt eingeweiht wurde. Das stieß in der italienischen Regierung auf Kritik, die im Ukraine-Krieg klar an der Seite Kiews steht. Mit dem jetzt beantragten russischen Pass bekommt diese lange diskutierte Verbindung zu Russland noch einmal neue Brisanz.
Foto: Wikimedia Commons / 9EkieraM1, CC BY-SA 3.0