Musical-Pläne für Kölns City
Auf der Schildergasse in Köln ist ein neues Musical-Theater geplant. Das Konzept soll Kultur und Einkauf verbinden und könnte ein Modell gegen Leerstand und verödete Innenstädte werden.

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Mitten auf der Schildergasse könnte Köln ein Projekt testen, das weit über die Stadt hinaus für Aufmerksamkeit sorgt: Geplant ist ein Musical-Theater, das Shopping und Bühne in einem Gebäude zusammenbringt. Die Idee kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Innenstadt unter Druck steht.
Der Hintergrund ist klar: Die Lage im Handel bleibt angespannt. Galeria hat in dieser Woche bereits zum vierten Mal in sechs Jahren Insolvenz angemeldet, bei C&A werden nur noch drei Etagen genutzt. Dort, wo sich klassische Händler schon verabschiedet haben, prägen teils Fast-Food-Angebote das Bild. Genau hier setzt das Theater-Konzept an: Es soll Menschen nicht nur tagsüber, sondern auch abends und am Wochenende in die City ziehen.
London als Vorbild
Als Beispiel gilt die britische Hauptstadt. Im Londoner West End zeigt sich seit Jahren, dass Theater nicht abseits stehen muss, sondern direkt im urbanen Alltag funktionieren kann. Für Köln wäre das vor allem deshalb interessant, weil die Innenstadt bislang oft an Schwung verliert, sobald die Geschäfte schließen. Ein Musical-Haus könnte den Aufenthalt verlängern und neue Impulse für Gastronomie und besondere Läden geben.
- mehr Besucher auch nach Ladenschluss
- zusätzliche Anziehungskraft am Wochenende
- Chance für neue Gastro- und Handelskonzepte
Mehr als nur importierte Shows
Spannend ist außerdem der künstlerische Ansatz: Statt nur bekannte internationale Produktionen zu übernehmen, sollen auch neue deutschsprachige Musicals entstehen. Damit hätte Köln die Möglichkeit, sich als Bühne für Uraufführungen zu profilieren. Als Beleg für das Potenzial gilt „Himmel und Kölle“, das seit seinem Erfolg 2020 noch immer in der Volksbühne am Rudolfplatz läuft.
Die Pläne auf der Schildergasse wären damit nicht nur ein Bauprojekt, sondern auch ein Test für viele deutsche Innenstädte. Denn Probleme wie Leerstand, Rückzug großer Ketten und verwaiste Fußgängerzonen nach Ladenschluss gibt es nicht nur in Köln. Wenn die Mischung aus Konsum und Kultur funktioniert, könnte sie Vorbild für andere Städte werden.
Quelle: ksta