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Politik9. Oktober 2026, 15:02 Uhr · von Redaktion

Messer-Schock an Polens Schulen

Nach einer tödlichen Messerattacke an einer Grundschule in Zentralpolen wächst die Angst vor weiterer Gewalt. Innerhalb weniger Tage wurden mehrere Vorfälle an Schulen bekannt, Premier Donald Tusk kündigt mehr Polizeipräsenz an.

Messer-Schock an Polens Schulen

Foto: Adrian Grycuk / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 pl

Eine tödliche Messerattacke an einer Grundschule im Dorf Leszczydol-Nowiny erschüttert Polen. Am Donnerstagmorgen betrat ein 15-Jähriger das Schulgebäude nordöstlich von Warschau und griff eine Hausmeisterin an. Die 37-Jährige starb noch am Tatort, obwohl versucht wurde, sie wiederzubeleben. Der Schulleiter und eine Lehrerin stoppten den Jugendlichen, wurden dabei aber selbst verletzt.

Besonders verstörend: Der Angreifer war laut den bisherigen Angaben kein Fremder, sondern stammt aus dem Ort und hatte die Schule erst im Juni verlassen. Außerdem soll er einen Helm mit Kamera getragen haben, um die Tat aufzunehmen. Festgenommen wurde er noch auf dem Schulgelände. Nach ersten Informationen hatte er drei Messer bei sich.

Mehrere Fälle in wenigen Tagen

Der Vorfall steht nicht allein. In den vergangenen Tagen wurden in Polen weitere schwere Gewalttaten und mutmaßliche Anschlagspläne an Schulen bekannt. Das setzt ein Land unter Druck, das lange als vergleichsweise sicher galt.

  • In Ostroleka verletzte ein 19-Jähriger an einer Berufsschule neun Menschen, darunter Lehrer, Schüler und zwei Passanten.
  • In seinem Rucksack wurde zudem eine selbstgebaute Bombe entdeckt, die nicht detonierte.
  • In Sierpc nahm die Polizei einen 17-Jährigen fest, der laut Ermittlern eine Attacke auf seine Schule geplant haben soll.

Tusk reagiert mit neuen Maßnahmen

Die jüngste Gewaltserie hat nun auch die Regierung auf den Plan gerufen. Premier Donald Tusk sprach von einem ernsten Warnsignal und verwies auf die Gefahr möglicher Nachahmungstäter. Bei einer kurzfristig einberufenen Konferenz mit Vertretern von Polizei und Regierung kündigte er an, die Sicherheitsvorkehrungen an Schulen sofort zu verschärfen.

Konkret soll die Polizei ihre Präsenz rund um Schulen ausbauen und künftig mindestens einmal täglich auch direkt auf dem Schulgelände Streife gehen. Aus Sicht der Regierung steht fest: Die Ereignisse der letzten Tage stellen Polens Bild als sicheres Land mit geschützten Schulen massiv infrage.

Quelle: DW Deutsch