Merz sagt Kiew neue Hilfen zu
Bundeskanzler Friedrich Merz hat bei seinem Besuch in Kiew neue Hilfen für die Ukraine angekündigt. Im Zentrum stehen Militärunterstützung von rund einer Milliarde Euro sowie weitere 350 Millionen Euro für Infrastruktur und Energie.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat bei seinem Besuch in Kiew weitere Unterstützung für die Ukraine zugesagt und den Krieg als Bedrohung für ganz Europa beschrieben. Im Interview aus der ukrainischen Hauptstadt machte er deutlich, dass es aus seiner Sicht nicht nur um die Verteidigung der Ukraine geht, sondern um die Stabilität Europas insgesamt. Deutschland habe daran ein zentrales Interesse.
Merz verwies dabei auch auf einen Drohnenvorfall vom 4. August, den er als bewaffneten Angriff auf den Flughafen Leipzig bezeichnete. Sein Besuch in Kiew habe ihm erneut gezeigt, wie brutal der russische Angriffskrieg geführt werde. Während seines Aufenthalts sei in Kiew eine Brücke bombardiert worden, eine Woche zuvor sei die Akademie der Wissenschaften getroffen worden. Zugleich forderte der Kanzler Russlands Präsidenten Wladimir Putin erneut auf, die Kämpfe zu beenden.
Milliardenpaket für Militär und Infrastruktur
Am Nachmittag kündigte Merz nach eigenen Angaben sehr konkrete Hilfen an. Im Mittelpunkt steht ein neues Paket mit Militärhilfen von rund einer Milliarde Euro. Hinzu kommen weitere 350 Millionen Euro für Infrastruktur und Energie. Laut Merz wurden insgesamt Vereinbarungen im Wert von mehr als sechs Milliarden Euro getroffen. Begleitet wurde er von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche sowie einer Unternehmer-Delegation.
- Abwehr schneller russischer Jet-Drohnen
- Satellitentechnik und Abwehrraketen
- Hilfen für Energieinfrastruktur vor dem Winter
Auch deutsche Firmen eingebunden
Nach Angaben der ukrainischen Regierung wurde mit Diehl die Lieferung von Tausenden Iris-T-Abwehrraketen vereinbart. Hensoldt soll Satellitentechnik liefern, Quantum Abfangdrohnen gegen schnelle russische Jet-Drohnen weiterentwickeln und produzieren. Merz betonte, dass es nicht nur um Hilfe für die Ukraine gehe, sondern auch um einen beiderseitigen Nutzen: Deutschland könne vom ukrainischen Know-how profitieren.
Der Kanzler leitete aus dem Besuch auch eine innenpolitische Botschaft ab. In der angespannten internationalen Lage komme es aus seiner Sicht besonders auf eine verlässliche Regierung in Berlin an. Europa, so Merz, sei in schwierigen Zeiten auch auf ein stabiles Deutschland angewiesen.
Quelle: Tagesschau