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Politik2. Oktober 2026, 07:02 Uhr · von Redaktion

Merz-Regierung im Umfragetief

In Deutschland rutschen Kanzler Friedrich Merz und seine Regierung laut ARD-Deutschlandtrend auf historische Tiefstwerte ab. Nur 10 Prozent sind zufrieden, während die AfD in der Sonntagsfrage mit 27 Prozent vorne bleibt.

Merz-Regierung im Umfragetief

Foto: Wikimedia Commons / Steffen Prößdorf, CC BY-SA 4.0

Nach drei Landtagswahlen im September steckt die Bundesregierung in einer tiefen Vertrauenskrise. Besonders hart traf es die CDU von Kanzler Friedrich Merz: In Sachsen-Anhalt verlor sie massiv, in Berlin ebenfalls die Regierungsmacht und in Mecklenburg-Vorpommern verpasste sie sogar den Einzug ins Parlament. Für die Union ist das ein Einschnitt, wie es ihn in der Nachkriegsgeschichte in dieser Form noch nicht gegeben hat.

Der Frust spiegelt sich nun auch bundesweit in den Zahlen des aktuellen ARD-Deutschlandtrends. Nur noch 10 Prozent der Befragten sind mit der Arbeit der Bundesregierung zufrieden, genauso wenige mit Merz selbst. Selbst unter CDU-Anhängern steht der Kanzler nur noch begrenzt stabil da: Lediglich 40 Prozent von ihnen äußern sich noch zufrieden. Erhoben wurden die Daten laut Bericht von infratest dimap unter 1303 Wahlberechtigten Ende September.

AfD bleibt vorn

In der Sonntagsfrage profitiert vor allem die AfD von der Stimmungslage. Sie käme unverändert auf 27 Prozent und bliebe damit stärkste Kraft. Die Union fällt auf 20 Prozent zurück, die SPD verharrt bei 13 Prozent. Grüne und Linke liegen bei 16 beziehungsweise 11 Prozent, die FDP bleibt mit vier Prozent unter der Schwelle für den Bundestag.

  • AfD: 27 Prozent
  • CDU/CSU: 20 Prozent
  • SPD: 13 Prozent
  • Grüne: 16 Prozent
  • Linke: 11 Prozent
  • FDP: 4 Prozent

Damit hätten die drei Regierungsparteien zusammen nicht einmal mehr ein Drittel der Stimmen. Eine neue parlamentarische Mehrheit zu bilden, wäre unter solchen Bedingungen äußerst schwierig. Der Druck auf Merz und SPD-Vize Lars Klingbeil wächst damit weiter, in zentralen Fragen gemeinsame Lösungen zu finden.

Ein verunsichertes Land

Der Deutschlandtrend zeigt außerdem ein Land im Alarmmodus. Nur jeder Achte blickt derzeit zuversichtlich auf die Lage, fast neun von zehn sehen dagegen Anlass zur Sorge. Besonders häufig genannt werden die Angst vor politischen Blockaden, ein möglicher Kontrollverlust bei Künstlicher Intelligenz und die Folgen der Politik von US-Präsident Donald Trump für Deutschland. Hinzu kommen Sorgen über den Klimawandel, einen möglichen weiteren Angriff Russlands auf europäische Länder, den eigenen Lebensstandard und die Zuwanderung.

Quelle: DW Deutsch