Merz in Kiew unter Hochspannung
Bundeskanzler Friedrich Merz ist zu einem Solidaritätsbesuch in Kiew eingetroffen. Im Mittelpunkt stehen neue Militärhilfen im Umfang von mehr als 1,3 Milliarden Euro sowie Unterstützung für die ukrainische Energieversorgung.

Bundeskanzler Friedrich Merz ist am Morgen zu einem überraschenden Besuch in Kiew eingetroffen. Begleitet wird er von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche sowie zehn Unternehmern aus der Rüstungs- und Energiebranche. Der Besuch gilt als Signal der Unterstützung in einer Phase, in der sich die Sicherheitslage in der Ukraine deutlich verschärft hat.
Neue Hilfen für Armee und Infrastruktur
Nach Angaben aus Regierungskreisen soll Merz der Ukraine weitere konkrete Unterstützung für den Krieg gegen Russland zusagen. Geplant ist demnach die baldige Lieferung von Tausenden Abfangdrohnen, die gegen besonders schnelle russische Kampfdrohnen mit Düsenantrieb eingesetzt werden können. Außerdem soll die gemeinsame Herstellung weitreichender Waffen vorangebracht werden, mit denen Nachschublinien hinter der Front in Russland ins Visier genommen werden können.
- 1 Milliarde Euro aus bereits bewilligten Haushaltsmitteln für militärische Vorhaben
- 350 Millionen Euro für Reparatur und Wiederaufbau zerstörter Kraftwerke
- Begleitung durch Vertreter aus Rüstungs- und Energiewirtschaft
Reise trotz russischer Warnung
Der Besuch findet unter besonders heiklen Bedingungen statt. Russland hatte ausländische Besucher und Diplomaten nur wenige Stunden vor der Ankunft des Sonderzugs aufgefordert, Kiew zu verlassen und Regierungsgebäude sowie militärische Einrichtungen zu meiden. Die Lage in der Ukraine gilt derzeit als angespannt: In den vergangenen Monaten haben Angriffe auf zivile Ziele und Drohnenattacken zugenommen, auch in der Hauptstadt.
Merz hielt dennoch an seiner Reise fest. Er begründete den Besuch damit, dass die Ukraine gerade in den kommenden Wochen auf umfassende Unterstützung angewiesen sei. Mit Blick auf den bevorstehenden fünften Kriegswinter verwies er auf Angriffe auf Städte, Wohnhäuser und Heizkraftwerke. Bereits in den vergangenen Tagen hatte der Kanzler die weitere Solidarität Deutschlands zugesichert. Der Besuch in Kiew soll dieses Signal nun auch vor Ort untermauern.
Quelle: Tagesschau