Matterhorn: Aufstieg gestoppt
Nach einem Felssturz auf der Südseite des Matterhorns sind geführte Besteigungen von italienischer Seite ausgesetzt worden. Verletzt wurde laut Rettungsleitstelle niemand, doch Hitze und tauender Permafrost verschärfen die Gefahr am Berg.

Am Matterhorn spitzt sich die Lage weiter zu: Auf der Südseite des Berges kam es am Mittwochmorgen auf rund 3900 Metern Höhe zu einem schweren Felssturz. Laut der zentralen Rettungsleitstelle des Aostatals wurde dabei niemand verletzt. Das betroffene Gebiet gilt allerdings ohnehin nicht als Abschnitt, der von Bergsteigenden häufig genutzt wird.
Besteigungen auf italienischer Seite ausgesetzt
Als Reaktion auf den Abbruch hat der italienische Bergführerverein von Breuil-Cervinia geführte Matterhorn-Besteigungen vorerst gestoppt. Die italienische Normalroute über den Liongrat selbst sei zwar nicht beschädigt worden. Trotzdem werde wegen der aktuellen Kombination aus Gelände- und Wetterlage zu größter Vorsicht geraten.
Weiter nutzbar bleibt die Carrel-Hütte auf der italienischen Südroute. Allerdings ist sie derzeit ohne Personal geöffnet. Für Alpinistinnen und Alpinisten bedeutet das: Der Zugang ist nicht komplett dicht, die Bedingungen bleiben aber heikel.
Hitze macht den Berg instabil
Die Probleme sind nicht neu. Bereits im Juli 2026 hatten die Zermatter Bergführerinnen und Bergführer wegen akuter Steinschlaggefahr vor Gipfeltouren gewarnt und geführte Aufstiege zeitweise eingestellt. Als Hauptgründe gelten die anhaltende Hitze, ein schneearmer Winter und tauender Permafrost. Dadurch ist der Berg stark ausgeapert, und Felsformationen verlieren an Stabilität.
- Felssturz auf der Südseite des Matterhorns
- Höhe des Ereignisses: rund 3900 Meter
- Niemand verletzt
- Geführte Besteigungen von italienischer Seite vorerst gestoppt
Auch anderswo zeigt sich, wie stark die Wärme die Hochalpen verändert: Der reguläre Sommerskibetrieb für Gäste auf dem Theodulgletscher in Zermatt ist seit Ende Juli 2026 wegen der schlechten Schnee- und Hitzelage vorübergehend eingestellt. Einige Trainingspisten bleiben nur noch Teams von Swiss-Ski vorbehalten.