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Politik30. Oktober 2026, 15:01 Uhr · von Redaktion

Massenprotest gegen Meloni

In Italien sind mehr als 100.000 Menschen gegen die Regierung von Giorgia Meloni auf die Straße gegangen. In über 50 Städten richteten sich die Proteste vor allem gegen hohe Preise, niedrige Löhne und steigende Rüstungsausgaben.

Massenprotest gegen Meloni

Foto: El Mono Español / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Mehr als 100.000 Menschen haben in Italien gegen die Politik von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni demonstriert. Die größten Proteste wurden aus Rom, Mailand, Neapel und Turin gemeldet. Anlass waren vor allem die hohen Lebenshaltungskosten, die Inflation, niedrige Löhne und der Ärger über die Rüstungsausgaben der Regierung.

Auf den Kundgebungen wurde außerdem mehr Geld für Schulen und Universitäten gefordert. Auf Transparenten machten viele Demonstrierende ihrem Unmut über eine aus ihrer Sicht falsche Prioritätensetzung Luft. Beteiligt waren unter anderem Schüler, Studierende, Arbeiter, Landwirte und Rentner. Die Gewerkschaft USB hatte parallel zu den Demonstrationen zu einem Generalstreik aufgerufen.

Proteste in mehr als 50 Städten

Nach Angaben aus dem Land fanden die Aktionen in mehr als 50 Städten statt. Die USB rief zudem zu Arbeitsniederlegungen im Nah- und Fernverkehr sowie im Gesundheitswesen auf. Größere Störungen blieben zunächst aber aus. Ein Grund dafür dürfte auch das von Verkehrsminister Matteo Salvini verhängte Streikverbot vor dem Feiertag Allerheiligen sein.

  • Kritik an hohen Preisen und Inflation
  • Forderung nach höheren Löhnen
  • Mehr Investitionen in Bildung statt Aufrüstung

Polizei mit großem Aufgebot im Einsatz

Die Sicherheitskräfte waren landesweit stark präsent. Hintergrund sind die schweren Krawalle in Mailand vor zwei Wochen, bei denen es Verletzte und zahlreiche Festnahmen gegeben hatte. Auch in Genua war es bereits im Vorfeld zu ersten Zusammenstößen zwischen Protestierenden und der Polizei gekommen. Deshalb wurden die aktuellen Demos von verstärkten Kontrollen und zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen begleitet.

Bis zum Mittag verliefen die meisten Kundgebungen friedlich. In Turin gab es Rangeleien zwischen Demonstrierenden und Polizei, auch aus anderen Städten wurden einzelne Zwischenfälle gemeldet. In Rom sicherten viele Einsatzkräfte unter anderem das Kolosseum, in Mailand wurden sogar 500 Soldatinnen und Soldaten zur Unterstützung eingesetzt. Melonis neuer Haushaltsentwurf für 2027 konnte die Proteststimmung damit vorerst nicht beruhigen.

Quelle: Tagesschau