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Politik10. Oktober 2026, 15:01 Uhr · von Redaktion

Massenfestnahmen in Indien

In Indien sind vor geplanten Protesten gegen die Wahlkommission Tausende Menschen festgenommen worden. Auch der Gründer der sogenannten Kakerlaken-Bewegung wurde in Neu-Delhi zusammen mit zwei weiteren führenden Mitgliedern festgesetzt.

Massenfestnahmen in Indien

Foto: Government of India / Wikimedia Commons, Public domain

Vor einer angekündigten Großdemonstration in Neu-Delhi hat die indische Polizei hart durchgegriffen: Nach Medienberichten wurden Tausende Menschen festgenommen. Zuvor war bereits der Gründer der sogenannten Kakerlaken-Bewegung (CJP) in Gewahrsam genommen worden. Die Bewegung bestätigte außerdem, dass mit ihm zwei weitere führende Mitglieder direkt nach der Landung ihres Flugzeugs in der Hauptstadt festgesetzt wurden.

Protest gegen Wahlkommission

Auslöser der Proteste ist der Streit um die Wahlkommission. Die CJP verlangt den Rücktritt von Gyanesh Kumar, dem Chef der Behörde. Hintergrund ist eine umstrittene Überprüfung der Wählerverzeichnisse. Offiziell soll sie doppelte Einträge und Namen nicht wahlberechtigter Personen entfernen. Kritiker fürchten jedoch, dass vielen Menschen dadurch das Wahlrecht entzogen werden könnte.

Besonders brisant: Laut einem Medienbericht hatte der stellvertretende Leiter der Wahlkommission Bedenken gegen die Streichung von rund 130 Millionen Wählern geäußert. Auch Oppositionsparteien sehen darin einen Schritt, der am Ende der Regierungspartei von Premierminister Narendra Modi nutzen könnte.

Internet gekappt, Straßen blockiert

In der Hauptstadt setzte die Polizei auf massive Sicherheitsmaßnahmen. U-Bahn-Stationen wurden geschlossen, wichtige Straßen gesperrt und das mobile Internet abgeschaltet. Fernsehberichten zufolge war der Gründer der Bewegung zuvor aufgefordert worden, die geplante Demonstration abzusagen, weil sie von den Behörden verboten worden sei.

  • Festnahme des CJP-Gründers und zweier weiterer Führungspersonen
  • Tausende Festnahmen rund um die geplanten Proteste
  • Streit über die Kontrolle der Wählerverzeichnisse

Die Kakerlaken-Bewegung war erst im Mai als satirische Reaktion auf Äußerungen des Obersten Richters Surya Kant entstanden. Im Sommer hatte sie bereits gegen Probleme im Bildungssystem mobilisiert. Nach dem Rücktritt des Bildungsministers erklärte die Gruppe ihre damaligen Proteste zwar für beendet – jetzt steht sie erneut im Zentrum einer landesweiten Auseinandersetzung.

Quelle: Tagesschau