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Musik & Film22. Oktober 2026, 19:00 Uhr · von Redaktion

Levit startet eigenes Label

Pianist Igor Levit hat im Berliner Columbia-Theater sein neues Label „No Silence“ vorgestellt. Ab dem 23. Oktober erscheinen dort eigene Aufnahmen und Musik anderer Künstler – zum Start gleich drei Alben.

Levit startet eigenes Label

Foto: Tiefenschaerfe / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Igor Levit erweitert seine Karriere um ein neues Kapitel: Der international bekannte Pianist hat im Berliner Columbia-Theater sein eigenes Label „No Silence“ vorgestellt. Für Levit ist das Projekt weit mehr als ein Geschäftsmodell – er feierte die Gründung am Donnerstagabend nach eigenen Worten wie die Geburt eines ganz besonderen Herzensprojekts.

Der Name ist für ihn eng mit der eigenen Biografie verbunden. Levit machte deutlich, wie persönlich die Idee hinter dem Label ist. „No Silence“ stehe für eine Haltung und eine Energie, die ihn schon lange begleite. Dass die Premiere ausgerechnet im Rahmen eines Konzerts in Berlin stattfindet, habe für ihn deshalb eine besondere Bedeutung.

Mehr Freiheit für eigene Entscheidungen

Mit dem neuen Label will Levit nicht nur seine eigenen Produktionen veröffentlichen, sondern auch anderen Musikerinnen und Musikern Raum geben. Welche Künstler aufgenommen werden und welche Projekte entstehen, entscheidet er gemeinsam mit seinem Team. Der Schritt sei schon vor Jahren gereift – auch, weil für ihn offen sei, wie sich die Branche und die großen Labels weiter verändern.

Zum Start erscheinen am 23. Oktober gleich drei Alben:

  • das Debüt des Pianisten Lukas Sternath mit Werken von Schubert und Liszt
  • Levits Aufnahme von Beethovens dritter Sinfonie „Eroica“ in der Klavierbearbeitung von Franz Liszt
  • eine Einspielung von Erik Saties „Vexations“, einer rund 16-stündigen Wiederholung derselben Tonfolge

Beethoven als roter Faden

Besonders eng ist Levits Name seit Jahren mit Ludwig van Beethoven verbunden. Schon sein Debütalbum von 2013 mit den späten Klaviersonaten des Komponisten brachte ihm internationale Aufmerksamkeit. 2019 folgte die Gesamtaufnahme aller 32 Sonaten. Dazu kamen wichtige Auszeichnungen, darunter der Gilmore Artist Award 2018 und die Ehrung als Künstler des Jahres durch das britische Klassikmagazin „Gramophone“ im Jahr 2020.

Levit wurde in Nischni Nowgorod geboren, damals Sowjetunion, heute Russland, und kam im Alter von acht Jahren mit seiner Familie nach Deutschland. Neben seiner Arbeit als Pianist ist er immer wieder auch mit politischen Stellungnahmen präsent. Mit „No Silence“ schafft er sich nun eine zusätzliche Plattform – für sich selbst und für andere Künstler.

Quelle: Tagesschau