Kinski wäre jetzt 100
Vor 100 Jahren wurde Klaus Kinski geboren. Der Schauspieler bleibt mit mehr als 100 Filmen, der explosiven Zusammenarbeit mit Werner Herzog und schweren Vorwürfen aus seiner Familie bis heute eine umstrittene Figur.

Foto: moviejones_de
Klaus Kinski wäre in diesen Tagen 100 Jahre alt geworden. Geboren wurde er als Klaus Günter Karl Nakszynski im damaligen Zoppot bei Danzig. Aus dem Jungen wurde später einer der berüchtigtsten Darsteller der Filmgeschichte – ein Schauspieler, der mit seiner Präsenz oft schon ohne großes Wort für maximale Spannung sorgte.
Seine Filmografie ist gewaltig: Kinski wirkte in weit über 100 Filmen mit. Darunter waren zahlreiche Edgar-Wallace-Krimis, Italowestern und mehrere Werke, die heute als Klassiker gelten. Besonders prägend war seine Zusammenarbeit mit Regisseur Werner Herzog, mit dem er fünf Filme drehte. Diese Verbindung gilt bis heute als ebenso produktiv wie hochgradig konfliktreich.
Filme, die Kinski prägten
- Aguirre, der Zorn Gottes (1972)
- Nosferatu - Phantom der Nacht (1979)
- Fitzcarraldo (1982)
Kinskis Ruf speiste sich jedoch nicht nur aus seinen Rollen. Auch abseits der Kamera war er für heftige Ausbrüche, Beleidigungen und Skandale bekannt. Genau diese Mischung aus Leinwandgröße und Kontrollverlust machte ihn später auch zur dankbaren Vorlage für Komik. Besonders Comedian Max Giermann griff die Kinski-Figur in der ZDFneo-Reihe Sketch History immer wieder auf. Im Sketch Fitzcarraldo reloaded aus dem Jahr 2018 wird der Mythos sogar umgedreht: Dort bleibt Kinski gelassen, während Herzog verzweifelt versucht, ihn zum Ausrasten zu bringen.
Das schwierige Erbe
Bei aller Faszination für den Schauspieler bleibt die dunkle Seite seiner Biografie unübersehbar. Schwer wiegen die Vorwürfe seiner Tochter Pola Kinski, die 2013 in ihrer Autobiografie von jahrelangem sexuellem Missbrauch durch ihren Vater berichtete. Auch seine Tochter Nastassja sprach öffentlich über Übergriffe. Diese Aussagen belasten sein Vermächtnis bis heute massiv und zeigen, dass künstlerische Bedeutung kein Schutzschild gegen moralische Verantwortung ist.
Am 23. November 1991 starb Klaus Kinski im Alter von 65 Jahren in Lagunitas, Kalifornien. Geblieben sind ikonische Filmauftritte, zahllose Geschichten und eine Persönlichkeit, die noch immer polarisiert. Selbst Jahrzehnte nach seinem Tod sorgt Kinski damit weiter für Diskussionen – zwischen Bewunderung, Abscheu und der Frage, wie man auf einen so widersprüchlichen Künstler heute blicken soll.
Quelle: moviejones_de