Jeffrey Archer ist tot
Der britische Bestsellerautor und frühere Politiker Jeffrey Archer ist im Alter von 86 Jahren unerwartet gestorben. Sein Verlag bestätigte, dass er friedlich zu Hause einschlief – ausgerechnet am Tag der geplanten Veröffentlichung seines letzten Romans.

Foto: Wikimedia Commons / Edwardx, CC BY-SA 4.0
Der britische Schriftsteller und frühere Politiker Jeffrey Archer ist tot. Wie sein Verlag Harper Collins mitteilte, starb der Autor im Alter von 86 Jahren unerwartet in seinem Zuhause. Laut Verlag sei er friedlich zwischen zwei Schreibphasen eingeschlafen. Seine Lektorin Kate Elton würdigte ihn als außergewöhnlichen Erzähler und als großen Glücksfall für jedes Lektorat.
Besonders bemerkenswert: Noch am Sonntag soll Archer laut einem Bericht der „Sun“ in London Bücher signiert haben. In dieser Woche war außerdem ein Auftritt beim Literaturfestival in Cheltenham geplant. Dort wollte er über sein neues Buch „Adam and Eve“ sprechen, das er selbst als seinen letzten Roman bezeichnet hatte. Die Veröffentlichung war für heute vorgesehen.
Vom Politiker zum Millionenautor
Archers Karriere begann zunächst in der Politik. Bereits 1969 zog er mit 29 Jahren nach seinem Studium in Oxford ins Parlament ein. Nachdem er 1974 fast bankrottging, machte er aus dieser Erfahrung den Stoff für sein erstes Buch „Not a Penny More, Not a Penny Less“, das 1975 erschien. Danach folgte eine lange Reihe erfolgreicher Romane, oft angesiedelt in den Kreisen der Reichen und Mächtigen.
- Erstes Buch: „Not a Penny More, Not a Penny Less“
- Deutsche Titel: „Der Aufstieg“, „Imperium“, „Ein Mann von Ehre“
- Verkäufe laut Website: mehr als 300 Millionen Exemplare weltweit
Erfolg, Skandal und Haft
Auch politisch stieg Archer zeitweise weit auf: 1985 machte ihn Margaret Thatcher zum Vizechef der Konservativen. Doch schon ein Jahr später musste er nach einer Geldzahlung an die Prostituierte Monica Coghlan zurücktreten. Ein Verleumdungsprozess gegen die „Daily Star“ brachte ihm zunächst noch Erfolg, basierte aber auf Manipulationen und einem falschen Alibi. Im Juli 2001 wurde Archer schließlich wegen Meineids, Urkundenfälschung und Anstiftung zur Falschaussage zu vier Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt.
2003 kam er vorzeitig frei. 2014 machte Archer eine Prostatakrebsdiagnose öffentlich, 2024 schied er aus dem House of Lords aus. Mit seinem Tod endet nun das Leben eines Mannes, dessen Biografie fast so dramatisch verlief wie die Geschichten, die er schrieb.
Quelle: ORF