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Politik26. Oktober 2026, 15:00 Uhr · von Redaktion

Israel vor Richtungswahl

In Israel wird morgen gewählt. Im Zentrum steht die Frage, ob Premier Benjamin Netanjahu im Amt bleibt oder ein Bündnis seiner Gegner um Ex-General Gadi Eisenkot und mögliche Partner wie Naftali Bennett die Wende schafft.

Israel vor Richtungswahl

Foto: Wikimedia Commons / CyTaka company employee, CC BY-SA 4.0

Israel steht vor einer richtungsweisenden Wahl: Schon morgen entscheidet sich, ob Benjamin Netanjahu weiter Premierminister bleibt oder ob ein Lager seiner Gegner die Macht übernehmen kann. Im Fokus steht dabei vor allem Gadi Eisenkot, der sich als nüchterner Gegenentwurf zum langjährigen Regierungschef präsentiert.

Der frühere Generalstabschef ist im Wahlkampf landesweit auf Plakaten zu sehen und trat in den vergangenen Monaten auch gezielt in Regionen auf, in denen viele Netanjahu-Anhänger leben. Seine Militärkarriere gilt vielen Wählern als Pluspunkt. Eisenkot war unter anderem Kommandeur der Golani-Brigade und später Israels ranghöchster Soldat. Ihm wird zudem die sogenannte Dahiyah-Doktrin zugeschrieben, ein militärisches Konzept, das zuerst im Libanon angewendet wurde und laut Experten auch Israels Vorgehen im Gazastreifen geprägt hat.

Gegner eint vor allem das Ziel

Inhaltlich wirkt das Lager gegen Netanjahu bislang jedoch nur begrenzt geschlossen. Der Wahlkampf der Herausforderer lebt laut Bericht vor allem von der Abgrenzung zum Amtsinhaber, weniger von einem gemeinsamen politischen Programm. Eisenkot versucht, mit dem Bild eines geradlinigen und glaubwürdigen Anführers zu punkten und wirbt für einen politischen Neuanfang.

  • Gadi Eisenkot: Ex-General, nun Spitzenfigur gegen Netanjahu
  • Naftali Bennett: möglicher Koalitionspartner im Anti-Netanjahu-Lager
  • Yair Golan: Chef der Demokraten mit anderen politischen Akzenten

Streitpunkte werden eher umgangen

Mehrere heikle Themen versuchen Netanjahus Gegner eher zu entschärfen als offensiv auszutragen. So schloss Eisenkot ein Bündnis mit arabisch-israelischen Parteien aus. Bennett wiederum machte im Fernsehen deutlich, dass er einen palästinensischen Staat ablehnt und keine Gebiete zurückgeben will. Stattdessen setzt er auf wirtschaftliche Beziehungen in der Region. Genau solche Unterschiede zeigen, wie schwierig ein gemeinsames Regierungsprojekt nach der Wahl werden könnte.

Mit Yair Golan, der die sozial-zionistisch-liberalen Demokraten anführt, kommt noch eine weitere Stimme mit eigenen Schwerpunkten hinzu. Damit bleibt die zentrale Frage vor der Abstimmung offen: Reicht die gemeinsame Ablehnung Netanjahus aus, um daraus auch ein tragfähiges Bündnis für einen politischen Neustart in Israel zu formen?

Quelle: Tagesschau