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Sport6. August 2026, 17:01 Uhr · von Redaktion

Infantino vorerst wieder sicher

Nach einer Krisensitzung in Marokko steht die Fifa-Führung weiter hinter Gianni Infantino. Trotz scharfer Kritik an seinen zurückgezogenen Investitionsplänen sieht ein Experte den Präsidenten wieder gefestigt.

Infantino vorerst wieder sicher

Gianni Infantino bleibt trotz massiver Kritik vorerst fest im Sattel. Nach dem Rückzug seiner Investitionspläne für die Fussball-WM ebbten die Vorwürfe gegen den Fifa-Präsidenten nicht ab. Sogar aus den eigenen Reihen kamen harte Anschuldigungen, darunter der Vorwurf der Erpressung durch einen Top-Funktionär. Bei einer Krisensitzung in Marokko stellte sich die Spitze des Weltverbands nun aber demonstrativ hinter ihren Chef.

Kritik ja – Sturz eher nicht

Der Sportjournalist Ronny Blaschke sieht vor allem einen Fehler auf Seiten Infantinos: Er habe die Wucht des Widerstands klar unterschätzt. Laut Blaschke dürften die erfolgreiche WM und die politische Nähe des Fifa-Bosses zu Donald Trump dessen Selbstbewusstsein zusätzlich befeuert haben. Ein Rücktritt stand für den Journalisten dennoch nie ernsthaft im Raum.

Denn ein Fifa-Präsident lässt sich nicht so leicht aus dem Amt drängen. Die Hürden innerhalb des Verbands sind hoch, und ein Machtwechsel müsste gut vorbereitet sein. In den Statuten ist festgelegt, dass 20 Prozent der Mitgliedsverbände einen Sonderkongress beantragen können. Europa allein hätte das zwar schaffen können – doch nur, wenn die Gegner sicher gewesen wären, Infantino auch tatsächlich zu stürzen.

Warum Marokko jetzt wichtig ist

Dass das Treffen ausgerechnet in Marokko stattfand, gilt als bemerkenswert. Das Land ist Co-Gastgeber der WM 2030 und gilt als infantinofreundlich. Was hinter verschlossenen Türen besprochen wurde, ist nicht bekannt. Für Blaschke könnte das Treffen aber der Beginn einer Gegenoffensive gewesen sein, mit der Infantino seine Position wieder stabilisiert.

  • Die Fifa-Spitze stellt sich öffentlich hinter Infantino.
  • Ein Rücktritt galt laut Blaschke nie als wahrscheinlich.
  • Entscheidend könnte am Ende weniger die Politik als das Geld der Sponsoren sein.

Vor allem dieser letzte Punkt dürfte für die Zukunft wichtig werden. Bislang hat sich kein großer Sponsor von Infantino distanziert. Sollte sich das ändern und finanzielle Unterstützung wegbrechen, könnte es für den Fifa-Chef deutlich gefährlicher werden als durch den Widerstand einzelner Verbandspräsidenten. Im Moment aber hat er, so die Einschätzung des Experten, die Zügel wieder etwas fester in der Hand.

Foto: Wikimedia Commons / United Nations Office on Drugs and Crime, CC BY 2.0