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Sport7. August 2026, 11:03 Uhr · von Redaktion

Infantino unter Druck

Fifa-Chef Gianni Infantino steht nach gescheiterten Investorenplänen massiv unter Druck. Während die Uefa mit Boykott droht, stärken vor allem Afrika und Teile Südamerikas dem Präsidenten weiter den Rücken.

Infantino unter Druck

Für Gianni Infantino sind es die wohl schwierigsten Tage seit seinem Amtsantritt an der Spitze der Fifa. Der Auslöser: ein inzwischen gestopptes Vorhaben, bei dem Rechte an der Weltmeisterschaft teilweise an Investoren verkauft werden sollten. Nach dem Rückzug des Projekts wächst die Kritik weiter – und aus Europa kommen inzwischen sogar Forderungen nach einem Rücktritt.

Rückhalt aus Afrika und Südamerika

Trotz der Krise steht Infantino nicht ohne Verbündete da. Die CAF mit 54 Mitgliedsländern sprach ihm nach einer Sitzung ihres Exekutivkomitees geschlossen das Vertrauen aus. Zuvor hatte die Fifa-Spitze bei einer Krisensitzung in Rabat Fehler im Umgang mit dem Projekt eingeräumt. Auch aus Südamerika kam kein Vorstoß gegen den Präsidenten: Die CONMEBOL lehnte Initiativen zur Absetzung Infantinos ab und pochte stattdessen auf den Schutz der Institutionen.

Zurückhaltender äußerten sich andere Kontinentalverbände. Die Ozeanische Fußballkonföderation hatte ihre elf Mitglieder zunächst nur aufgefordert, das Projekt zu prüfen und sich am Fifa-Konsultationsprozess zu beteiligen. Aus Asien kam ebenfalls keine klare Front gegen Infantino. Die AFC kritisierte zwar Schwächen bei Konsultation und Entscheidungswegen, mehrere nationale Verbände stellten sich aber dennoch hinter ihn.

Europa bleibt auf Konfrontationskurs

Besonders hart bleibt die Uefa mit 55 Mitgliedsverbänden. Dort gilt das Vertrauen in Infantinos Führung als schwer beschädigt. Mehrere Verbände – darunter Finnland, Serbien, Schweden, Wales und Dänemark – haben bereits öffentlich erklärt, ihn bei der Wahl 2027 nicht zu unterstützen. Wie sich die großen europäischen Fußballnationen positionieren, ist allerdings noch offen.

  • Pro Infantino: CAF, keine Absetzungsinitiative aus Südamerika, Unterstützung aus Teilen Asiens
  • Gegen Infantino: Uefa und auch die Concacaf mit scharfer Kritik am Verfahren

Auch die Concacaf mit 35 Mitgliedsverbänden stellte sich gegen das gescheiterte Privatisierungsprojekt und warf der Fifa mangelnde Transparenz und fehlende Konsultation vor. Damit ist die Front gegen Infantino zwar laut, die Mehrheitsverhältnisse innerhalb des Weltverbands wirken derzeit aber weiter eher zu seinen Gunsten. Als möglicher Gegenkandidat für die Wahl im März wird laut internationalen Medien Concacaf-Präsident Victor Montagliani gehandelt.