Infantino gerät massiv unter Druck
Fifa-Präsident Gianni Infantino verliert im Streit um umstrittene Investorenpläne immer mehr Rückhalt. Nach Uefa und Concacaf geht nun auch Asiens Verband AFC auf Distanz, intern kommt es bereits zum Rücktritt eines Top-Beraters.

Im Weltfussball wächst der Widerstand gegen Gianni Infantino. Der Fifa-Präsident steht wegen seiner umstrittenen Investorenpläne zunehmend isoliert da. Nach der Uefa und dem Verband Concacaf hat nun auch der asiatische Dachverband AFC klar Abstand genommen. Damit bröckelt die Unterstützung für Infantino nicht nur international, sondern auch innerhalb des Weltverbands selbst.
Widerstand von aussen und innen
Besonders brisant: Selbst im eigenen Haus zeigen sich tiefe Risse. Carlos Cordeiro, leitender Berater des Fifa-Präsidenten und früherer Präsident des US-Verbands, trat aus Protest zurück. Er erklärte auf Linkedin, er könne nicht zusehen, wie die Fifa den Verkauf einer Beteiligung an der Weltmeisterschaft überhaupt in Erwägung ziehe. Zugleich betonte er, an den Plänen nicht beteiligt gewesen zu sein.
Die AFC sprach von «ernsthaften Bedenken» und kritisierte vor allem die Spaltung, die der Streit in der Fussballwelt ausgelöst habe. Besonders alarmierend sei, dass öffentlich sogar über einen WM-Boykott diskutiert werde. Während der ozeanische Verband OFC die Vorschläge erst prüfen will, gab es vom südamerikanischen Verband Conmebol zunächst keine Reaktion. Der afrikanische Dachverband Caf hatte sich zuletzt dagegen offen für die Pläne gezeigt.
Milliardenprojekt sorgt für Ärger
Hinter dem Konflikt steckt ein weitreichendes Finanzvorhaben. Die Fifa will ihre kommerziellen Rechte an Turnieren wie Männer-, Frauen- und Klub-WM in eine neue Tochterfirma namens Fifa Forward Enterprise auslagern. Diese Gesellschaft wird laut Quelle mit 20 Milliarden Dollar bewertet, private Investoren sollen rund 20 Prozent übernehmen.
- Uefa droht laut Quelle sogar mit einem WM-Boykott
- AFC äussert ernste Bedenken
- Top-Berater Cordeiro zieht die Konsequenzen und tritt zurück
Parallel dazu droht schon der nächste Streitpunkt: Die Fifa prüft offenbar eine weitere Aufstockung der WM 2030 in Marokko, Portugal und Spanien. Statt der bereits beschlossenen 48 Teams könnten dann sogar 64 Nationalmannschaften teilnehmen. Laut internen Unterlagen soll eine Agentur die wirtschaftlichen Folgen untersuchen und bereits bis 11. September Ergebnisse liefern. Eine Entscheidung könnte noch in diesem Jahr fallen.