Infantino gerät massiv unter Druck
Fifa-Präsident Gianni Infantino steht nach gescheiterten Investorenplänen stark in der Kritik. Mit Uefa, AFC und Concacaf stellen sich gleich drei Kontinentalverbände gegen den Kurs des FIFA-Chefs.

Für Gianni Infantino wird der Gegenwind so stark wie lange nicht mehr. Nach den gescheiterten Plänen zur Teilprivatisierung einer WM haben sich mit Uefa, AFC und Concacaf gleich drei Kontinentalverbände gegen den Fifa-Präsidenten gestellt. Ihr Vorwurf: Infantino diene nicht dem Fußball, sondern wolle ihn kontrollieren.
Dass drei große Verbände gleichzeitig Front gegen den Chef des Weltverbands machen, gilt als außergewöhnlich. Laut SRF ist das ein Zeichen dafür, dass Infantinos bisheriges Erfolgsmodell an Grenzen stößt. Über Jahre konnte er zentrale Projekte trotz Widerstand vorantreiben, indem er immer wieder an entscheidenden Stellen nachjustierte.
Erfolg brachte Rückenwind
Als Beispiele nennt SRF mehrere Entscheidungen, die in Infantinos Amtszeit in seinem Sinne verliefen:
- die Aufstockung der WM 2026
- die WM 2030 auf drei Kontinenten
- die Vergabe der WM 2034 an Saudi-Arabien
Diese Serie dürfte ihn laut den Einschätzungen von SRF bestärkt haben, noch weiterzugehen. Genau darin sehen Beobachter nun aber ein Problem: Wer mit offensivem Vorgehen immer wieder durchkommt, verliert womöglich das Gespür dafür, wann der Widerstand zu groß wird.
Fifa räumt Fehler ein
Die Fifa-Spitze stellt sich zwar demonstrativ hinter Infantino, räumt im Zusammenhang mit den gescheiterten Investorenplänen aber auch Fehler bei Kommunikation und Vorgehen ein. Mitgliedsverbände hätten stärker eingebunden werden müssen. Gleichzeitig betont der Weltverband, man werde Angriffe auf die eigene Integrität nicht hinnehmen und den Ruf der Fifa verteidigen.
Aus Sicht der SRF-Analysten zeigt der aktuelle Streit vor allem eines: Macht hat auch für den Fifa-Präsidenten Grenzen. Schamloses Taktieren funktioniere nur, solange Rückhalt und Einfluss groß genug seien. Genau das scheint bei diesem Vorstoß nicht mehr gereicht zu haben. Selbst die Warnung von Donald Trump, Infantino nicht als Fifa-Präsidenten abzusetzen, ändert bislang nichts daran, dass der Druck auf den Fußballboss spürbar wächst.