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Politik25. Oktober 2026, 19:02 Uhr · von Redaktion

In Gaza wird Brot wieder knapp

Im Gazastreifen droht eine neue Ernährungskrise. Das Welternährungsprogramm muss seine Hilfe kürzen, während Mehl fehlt, Bäckereien schließen und laut UN künftig monatlich 500.000 Menschen weniger erreicht werden.

In Gaza wird Brot wieder knapp

Foto: Jaber Jehad Badwan / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Im Gazastreifen spitzt sich die Versorgung mit Lebensmitteln erneut zu. Hilfsorganisationen warnen, dass sich die Lage schon in den nächsten Tagen deutlich verschärfen könnte. An Essensausgabestellen kommt es bereits zu chaotischen Szenen, weil viele Menschen hungrig sind und um jede warme Mahlzeit kämpfen.

Weniger Hilfe, mehr Not

Besonders problematisch ist die Lage beim Brot. Familien versuchen, ihre Vorräte so lange wie möglich zu strecken. Gleichzeitig steigen die Preise auf den Märkten. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen muss seine Lieferungen nun deutlich zurückfahren, weil internationale Geldgeber weniger Mittel bereitstellen.

Auch im Handel gibt es zusätzliche Probleme: Seit mehr als zehn Tagen seien bei kommerziellen Lieferungen kaum noch Grundnahrungsmittel angekommen, berichten Händler. Hintergrund ist ein Streit über Gebühren, die die Hamas von Händlern verlangt haben soll. Nach einem Lieferstopp komme die Versorgung nur langsam wieder in Gang. Laut Händlern fehlen vor allem Produkte mit wichtigen Nährstoffen.

Bäckereien machen dicht

  • 10 von 17 kommerziellen Bäckereien mussten laut einem Zusammenschluss bereits schließen.
  • Noch 21 Bäckereien werden vom UN-Welternährungsprogramm beliefert.
  • Die UN erreichte bisher monatlich fast 1,8 Millionen Menschen.
  • Künftig sollen es laut UN monatlich 500.000 Menschen weniger sein.

UN-Vertreter Carl Skau warnt vor massiven Folgen. Viele Menschen hätten weder Arbeit noch andere Einkommensquellen und damit kaum eine Alternative, um an Nahrung zu kommen. Nach UN-Angaben leiden bereits rund zwei Drittel der Bevölkerung unter akuter Ernährungsunsicherheit. Wenn nun auch noch weniger Hilfe ankommt, dürfte sich die Krise weiter verschärfen.

Quelle: Tagesschau