Hilfe, die einfach bleibt
In Köln vermittelt ein Verein ehrenamtliche Wegbegleiter für Kinder ohne Eltern. Für den 14-jährigen David sind die Treffen mit Katja aus Odenthal zweimal im Monat ein fester Halt im Alltag.

Foto: Eltern / Wikimedia Commons, Public domain
Kinder, die ohne Eltern aufwachsen, erleben Erwachsene oft vor allem in festen Rollen: als Erzieher, Lehrer oder Betreuer. Ein Verein in Köln will genau dort ansetzen und jungen Menschen Bezugspersonen vermitteln, die freiwillig Zeit schenken. Ziel ist eine Verbindung, die nicht an Dienstpläne gebunden ist, sondern an Verlässlichkeit.
Ein fester Termin im Monat
Für den 14-jährigen David ist das längst mehr als ein nettes Extra. Jeder zweite Samstag ist sein Tag mit Katja, einer 58-Jährigen aus Odenthal. Seit zwei Jahren trifft sie den Jungen mindestens an zwei Nachmittagen im Monat. David lebt mit acht weiteren Kindern in einer betreuten Wohngruppe im Rheinisch-Bergischen Kreis und hat keinen Kontakt zu seinen leiblichen Eltern. Auch eine frühere Pflegefamilie habe ihm keinen dauerhaften Halt gegeben.
Umso wichtiger ist für ihn, dass jemand einfach da ist. Wenn Katja den Weg zur Wohngruppe hochkommt, wartet David oft schon auf sie. Die beiden spielen zum Beispiel Badminton, gehen spazieren oder bauen mit Lego. Entscheidend ist für den Jungen aber weniger das Programm als die Tatsache, dass jemand Zeit nur für ihn hat.
Nicht Job, sondern echte Zuwendung
Katja ist für David keine Betreuerin, sondern eine ehrenamtliche Wegbegleiterin. Sie arbeitet in einem Unternehmen für Hörgeräte und wollte neben dem Beruf etwas tun, das nichts mit Geldverdienen zu tun hat. Ausschlaggebend sei für sie auch der Wunsch gewesen, etwas zurückzugeben, weil sie selbst eine gute Kindheit erlebt habe.
- David lebt in einer betreuten Wohngruppe.
- Katja begleitet ihn ehrenamtlich.
- Die beiden treffen sich mindestens zweimal im Monat.
- Für David zählen vor allem Zuverlässigkeit und Vertrauen.
Gerade das macht solche Begleitungen für Kinder wie David so wertvoll: Sie erleben einen Erwachsenen, der nicht kommt, weil er muss, sondern weil er will. Für einen Jungen, der mit Enttäuschungen aufgewachsen ist, kann genau das den Unterschied machen.
Quelle: Tagesschau