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Politik26. Oktober 2026, 07:04 Uhr · von Redaktion

Geheimdienste setzen auf Google

BND, Verfassungsschutz und MAD planen in Deutschland eine gemeinsame Cloud für geheime Daten. Das System soll auf Google-Technik basieren und laut Insidern mindestens 500 Millionen Euro kosten.

Geheimdienste setzen auf Google

Foto: Asoundd / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Die deutschen Nachrichtendienste wollen beim Austausch sensibler Informationen offenbar einen großen Technikwechsel einleiten. Nach Recherchen von NDR und WDR planen BND, Bundesamt für Verfassungsschutz und MAD eine gemeinsame sogenannte ND-Cloud. Darüber sollen Daten bis zur Geheimhaltungsstufe „Geheim“ deutlich schneller digital ausgetauscht werden können als bisher.

Bislang läuft der Zugriff auf entsprechend eingestufte Unterlagen nur unter strengen Bedingungen: meist im Büro, an speziell gesicherten Rechnern und innerhalb besonders abgeschotteter Systeme. Genau diese Hürden machen die Zusammenarbeit zwischen den Diensten bislang aufwendig. Die neue Cloud soll das ändern und perspektivisch sogar für die Verfassungsschutzbehörden der Länder geöffnet werden.

Google-Technik ohne direkte Internetverbindung

Besonders brisant: Nach den Recherchen soll die Plattform auf Google Distributed Cloud basieren. Geplant ist demnach eine sogenannte Air-Gapped-Version. Das heißt, das System würde eigenständig betrieben, ohne direkte Verbindung ins Internet oder zum Konzern selbst. Die Daten sollen in Deutschland gespeichert werden, Google soll keinen Zugriff darauf haben. Vorgesehen ist ein separates, besonders geschütztes IT-Netz.

  • Nutzer: BfV, BND und MAD
  • Austausch von Daten bis zur Stufe „Geheim“
  • Speicherung der Daten in Deutschland
  • Kein direkter Zugang von Google zum System

Projekt verzögert sich noch

Eigentlich war die Inbetriebnahme offenbar schon für das erste Quartal 2027 angepeilt. Daraus wird vorerst aber nichts. Mehrere Bausteine der geplanten ND-Cloud befinden sich nach Informationen von NDR und WDR noch im Zulassungsverfahren beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Erst danach sollen die Haushaltsmittel freigegeben werden. Nach Angaben aus dem Umfeld des Projekts liegen die erwarteten Kosten bei mindestens 500 Millionen Euro.

Aus der IT-Sicherheits-Community kommt dabei nicht nur Zuspruch. Zwar gilt eine Zulassung grundsätzlich als Zeichen dafür, dass Anforderungen an Verarbeitung und Speicherung sensibler Daten erfüllt werden. Gleichzeitig gibt es aber Fragen mit Blick auf spätere Software-Updates. Denn auch wenn das System abgeschottet betrieben wird, könnten künftige Änderungen an der Software neue Risiken aufwerfen.

Quelle: Tagesschau