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Politik10. Oktober 2026, 15:02 Uhr · von Redaktion

Gaza wartet weiter auf Frieden

Ein Jahr nach der Waffenruhe im Gazastreifen leben laut UN rund 1,5 Millionen Menschen weiter in Zelten oder Notunterkünften. Trotz Waffenstillstand wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörden in Gaza mehr als 1.400 Palästinenser getötet.

Gaza wartet weiter auf Frieden

Ein Jahr nach Beginn der Waffenruhe ist für viele Menschen im Gazastreifen von echter Entspannung kaum etwas zu spüren. Laut UN leben dort weiterhin etwa 1,5 Millionen Menschen in Zelten oder provisorischen Unterkünften. Viele sind auf Hilfsorganisationen angewiesen, während sich die Lage im Alltag für zahlreiche Familien kaum verbessert hat.

Wie hart das Leben geblieben ist, zeigt das Beispiel von Fatima Abdel-Madschid Abu Ouda. Die 62-Jährige lebt mit ihrer Familie in einem improvisierten Lager in Gaza-Stadt. Ihr früheres Zuhause musste sie nach Beginn der israelischen Militäroffensive am 7. Oktober 2023 verlassen. Jetzt sitzt sie in einem weißen Zelt, umgeben von wenigen Habseligkeiten, und sagt, sie wolle endlich zurück – selbst wenn dort nur noch Ruinen stehen.

Leben zwischen Kälte, Müll und Angst

Nach ihren Schilderungen war schon der Sommer kaum auszuhalten, nun verschärft die kalte Jahreszeit die Not weiter. Die Unterkünfte seien abgenutzt, nachts machten zudem Ratten, Mäuse und Insekten das Leben schwer. Auch andere Bewohner berichten demnach, dass sie wegen Angriffen der israelischen Armee kaum schlafen können. Offiziell gilt seit einem Jahr eine Waffenruhe, doch nach Angaben der Gesundheitsbehörden in Gaza wurden in dieser Zeit mehr als 1.400 Palästinenser bei Angriffen getötet.

  • rund 1,5 Millionen Menschen leben in Zelten oder Notunterkünften
  • Wasser bleibt für viele Haushalte schwer erreichbar
  • Lebensmittel sind wieder eher verfügbar, aber sehr teuer

Hilfe sichert das Überleben

Amani Al Nauok vom Internationalen Roten Kreuz in Gaza beschreibt, dass die Waffenruhe für viele Menschen zunächst Hoffnung gebracht habe. Entscheidend sei aber, dass sie im Alltag auch wirklich spürbar werde. Davon könne bisher kaum die Rede sein: Viele Menschen lebten zwischen Trümmern, Müll, Abwasser und Ungeziefer, hinzu komme die Gefahr von Infektionen. Besonders problematisch bleibt die Wasserversorgung, weil große Teile der Infrastruktur im Krieg schwer beschädigt wurden.

Zwar kommen seit der Waffenruhe wieder mehr Lebensmittel in den Gazastreifen, doch für viele Familien bleiben sie kaum bezahlbar. Damit bleibt die Bevölkerung in weiten Teilen abhängig von humanitärer Hilfe. Gleichzeitig wächst bei vielen das Gefühl, von der internationalen Politik nicht mehr wahrgenommen zu werden – obwohl der Krieg ihren Alltag noch immer bestimmt.

Quelle: Tagesschau