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Politik31. Oktober 2026, 07:00 Uhr · von Redaktion

G20-Zoff um Russland eskaliert

Beim G20-Außenministertreffen in Atlanta bleiben die Fronten verhärtet. Russlands Außenminister Sergej Lawrow attackiert Europa und die USA, während ein gemeinsames Gruppenfoto wegen des Streits ausfällt.

G20-Zoff um Russland eskaliert

Foto: 内閣広報室 / Cabinet Public Affairs Office / Wikimedia Commons, CC BY 4.0

Beim G20-Außenministertreffen in Atlanta sind die Spannungen zwischen Russland und mehreren westlichen Staaten offen zutage getreten. Im Mittelpunkt stehen internationale Krisen und ihre Folgen für die Weltwirtschaft, doch vor allem beim Thema Ukraine zeigt sich, wie tief die Gräben weiter sind.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow machte am Rande des Treffens deutlich, dass Moskau seine Position im Ukraine-Krieg nicht verändert habe. Mit Blick auf mögliche neue Gespräche zwischen der Ukraine, den USA und Russland warf er den Europäern vor, sich in einen Friedensprozess einmischen zu wollen. Auch im Verhältnis zu Washington sieht Lawrow nach eigenen Worten bislang keine echte Annäherung.

Keine Entspannung in Sicht

Lawrow äußerte sich außerdem skeptisch zu einem möglichen Diesel-Deal und warnte davor, auf schnelle Fortschritte zu hoffen. Aus seiner Sicht bleiben zentrale Streitpunkte ungelöst. Er verwies dabei unter anderem auf anhaltende oder verschärfte Sanktionen gegen Moskau sowie weitere Waffenlieferungen an Kiew. Auch Äußerungen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu Angriffen auf russische Ziele seien aus russischer Sicht nicht hilfreich für neue Gespräche.

  • Gruppenfoto abgesagt wegen des Streits um ein gemeinsames Auftreten mit Lawrow
  • Deutschland betont: keine Rückkehr zur Normalität mit Russland
  • EU fordert weiter Druck auf Moskau, auch mit Blick auf eine Waffenruhe im Schwarzen Meer

Streit auch um Symbolik

Besonders sichtbar wurde der Konflikt beim traditionellen Gruppenfoto, das gar nicht erst stattfand. Hintergrund war, dass europäische Vertreter nicht gemeinsam mit Lawrow posieren wollten. Der deutsche Außenminister Johann Wadephul erklärte dazu, mit Russland gebe es keine Normalität. Lawrow wiederum sprach von einem arroganten Boykott und verspottete das Verhalten der Europäer als „Familienfoto-Diplomatie“.

Zusätzliche Kritik kam von EU-Außenbeauftragter Kaja Kallas. Sie warf Lawrow vor, beim Gipfel falsche Darstellungen zum Ukraine-Krieg verbreitet zu haben. Anzeichen für ein russisches Einlenken sieht sie nicht. Stattdessen forderte sie, den Druck auf Moskau weiter zu erhöhen. Damit bleibt das Treffen in Atlanta vor allem eines: ein weiteres Signal dafür, wie festgefahren das Verhältnis zwischen Russland und dem Westen kurz vor dem G20-Gipfel ist.

Quelle: Tagesschau