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Politik31. Oktober 2026, 19:02 Uhr · von Redaktion

G20 streitet in Atlanta

Beim Treffen der G20-Außenminister in Atlanta ist keine gemeinsame Abschlusserklärung zustande gekommen. Vor allem der Umgang mit Russland zeigte, wie tief die Gräben in der Runde der 20 wichtigen Wirtschaftsnationen sind.

Beim Treffen der G20-Außenminister in Atlanta ist die Spaltung der Runde offen zutage getreten. Nach zwei Tagen Beratungen gab es weder eine gemeinsame Abschlusserklärung noch ein Gruppenfoto. Eigentlich sollte es um internationale Krisen und deren Folgen für die Weltwirtschaft gehen. Doch vor allem der Konflikt mit Russland überlagerte die Gespräche.

Keine Einigung am großen Tisch

Aus deutscher Sicht zeigte sich zumindest ein kleiner gemeinsamer Nenner: Außenminister Johann Wadephul betonte, allen Beteiligten sei bewusst, wie ernst die globale Lage derzeit sei. Gleichzeitig wurde in Atlanta deutlich, dass viele Konflikte momentan kaum zu überbrücken sind. Besonders heikel blieb der Umgang mit Russland, das durch Außenminister Sergej Lawrow vertreten war und regulär mit am Verhandlungstisch saß.

Wadephuls Linie: reden, aber nicht schonen. Einen großen Durchbruch erwartet offenbar niemand, wohl aber begrenzte Fortschritte in Einzelfragen. Als Beispiel nannte er den Transport von Getreide aus der Ukraine und aus Russland in den globalen Süden. Nach seinen Angaben wurde dieses Thema auch von anderen Teilnehmern angesprochen. Konkrete Bewegung war bei dem Treffen aber nicht zu erkennen.

USA setzen den Fokus auf die Wirtschaft

Statt politischer Annäherung dominierten erneut Gegensätze. Lawrow nutzte seinen Auftritt vor der Presse für scharfe Kritik an Deutschland und Europa. Auch im Verhältnis zu den USA sieht er nach eigener Darstellung keine praktischen Fortschritte - und das trotz der Annäherungsversuche von Donald Trump an Russland.

  • Keine gemeinsame Abschlusserklärung
  • Kein Gruppenfoto der Außenminister
  • Nächstes großes G20-Treffen Mitte Dezember

Der Gastgeber USA legte in Atlanta den Schwerpunkt erkennbar stärker auf wirtschaftliche Fragen. Außenminister Marco Rubio verwies auf die eng miteinander verknüpften Herausforderungen für die Staaten. Mitte Dezember treffen sich dann die Staats- und Regierungschefs der G20 in Trumps Golfresort in Miami. Eingeladen ist auch Russlands Präsident - ob er tatsächlich kommt, ist jedoch offen.

Quelle: Tagesschau