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Sport12. September 2026, 17:00 Uhr · von Redaktion

Frauen pushen Schweizer Sport

In der Schweiz wird über das Aus der 40-Prozent-Frauenquote im Sport gestritten. Gleichzeitig zeigen Beispiele wie Audrey Werro und Ditaji Kambundji, wie wichtig Trainerinnen für aktuelle Erfolge sind.

Frauen pushen Schweizer Sport

Foto: tagblatt

Im Schweizer Sport bahnt sich eine heikle Grundsatzdebatte an: In der Herbstsession entscheidet das Parlament über eine Motion, die die Frauenquote von 40 Prozent in Leitungsorganen von Verbänden und Vereinen wieder abschaffen will. Eingeführt wurde die Vorgabe 2025 im Zuge der Ethikdebatten. Wer sie nicht erfüllt, muss mit Kürzungen bei Subventionen rechnen.

Die Aargauer SVP-Nationalrätin Stefanie Heimgartner hält die Regel für zu starr. Sie warnt vor mehr Bürokratie und sieht das Ehrenamt unter Druck. In der zuständigen Kommission des Nationalrats fand der Vorstoss bereits Unterstützung. Doch unabhängig vom politischen Entscheid bleibt ein Punkt bestehen: Von echter Gleichstellung ist die Sportwelt noch immer weit entfernt.

Kaum Frauen an der Seitenlinie

Das zeigt auch der Blick auf die Olympischen Spiele. Zwar verweist das IOC auf eine ausgeglichene Teilnahme von Frauen und Männern bei den Spielen, doch bei den Coaches ist die Lage deutlich anders. In Paris 2024 waren nur 13 Prozent der akkreditierten Coaches Frauen, bei Winterspielen sogar lediglich 10 Prozent. Auch die Schweizer Zahlen bleiben tief, selbst wenn zuletzt ein leichter Anstieg zu sehen war.

  • Winterspiele: Schweiz von 6,4 Prozent (Peking 2022) auf 10,1 Prozent (Milano Cortina 2026)
  • Sommerspiele: Schweiz von 4,7 Prozent (Tokio 2021) auf 11,9 Prozent (Paris 2024)

Werro und Kambundji als starke Beispiele

Gerade in der Leichtathletik wird sichtbar, wie wichtig Frauen im Trainerteam sind. Audrey Werro, die auf 800 Meter zuletzt regelmässig gewann, wird seit Jahren von Christiane Berset Nuoffer begleitet. Auch Ditaji Kambundji, Hürdensprint-Weltmeisterin und eines der grossen Aushängeschilder des Schweizer Sports, setzt im Techniktraining auf Claudine Müller.

Damit stehen ausgerechnet in einer Schweizer Kernsportart zwei erfolgreiche Athletinnen im Fokus, deren Entwicklung eng mit Trainerinnen verbunden ist. Die aktuelle Diskussion über Quoten trifft also auf eine Realität, in der Frauen zwar wichtige sportliche Spuren hinterlassen, in Führungs- und Coachingrollen aber weiterhin klar untervertreten sind.

Quelle: tagblatt