Frankreich: Demos kippen wieder
In Frankreich sind am dritten Samstag in Folge Hunderttausende auf die Straße gegangen. Tagsüber blieb es vielerorts friedlich, am Abend kam es in Paris sowie in Marseille, Lyon und Grenoble erneut zu Zusammenstößen mit der Polizei.

Foto: Wikimedia Commons / FreCha, CC BY-SA 4.0
In Frankreich haben am dritten Samstag in Folge wieder Hunderttausende Menschen demonstriert. Während die Proteste am Tag vielerorts ruhig verliefen, schlug die Stimmung am Abend erneut um. Vor allem in Paris, aber auch in Marseille, Lyon und Grenoble kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei.
Tagsüber friedlich, abends eskaliert
In der Hauptstadt war die Atmosphäre am frühen Nachmittag zunächst entspannt: Es wurde getanzt, Musik lief, viele Demonstrierende zogen friedlich durch die Straßen. Zuvor hatte es zwar Ärger darüber gegeben, dass der Protest nicht durch die stark besuchten Einkaufs- und Ausgehviertel führen durfte. Am Ende blieb der Zug zunächst aber ohne größere Zwischenfälle.
Inhaltlich richtete sich der Protest laut Teilnehmern längst nicht mehr nur gegen sinkende Kaufkraft. Viele sehen darin inzwischen einen breiteren sozialen Konflikt. Auch das harte Vorgehen der Polizei in den vergangenen Wochen hat zusätzliche Menschen mobilisiert. Besonders die Berichte über verletzte Schüler haben laut Demonstrierenden viele erst recht auf die Straße gebracht.
Zahlen, Einsatzkräfte und neue Krawalle
- Laut Innenministerium demonstrierten landesweit rund 320.000 Menschen.
- Die Veranstalter sprachen von knapp einer Million Teilnehmern.
- Im Einsatz waren etwa 70.000 Polizisten.
Am späten Nachmittag kam es dann in mehreren Städten zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit schwarz gekleideten Demonstranten. In Paris eskalierte die Lage am Ende der Kundgebung, als der Protestzug aufgelöst wurde. Dabei flogen Steine, Flaschen und Feuerwerkskörper in Richtung der Einsatzkräfte, die mit Tränengas reagierten.
Innenminister Laurent Nuñez bewertete das Vorgehen der Polizei am Abend positiv. Aus seiner Sicht war es richtig, die genehmigten Demonstrationszüge von den belebten Einkaufsstraßen fernzuhalten. So solle das Demonstrationsrecht gesichert und zugleich Geschäfte besser geschützt werden. Nach den erneuten Ausschreitungen bleibt die Polizei auch nach Ende der Proteste in erhöhter Alarmbereitschaft.
Quelle: Tagesschau