Fox News prägt Amerika seit 30 Jahren
Der US-Sender Fox News ist 30 Jahre alt und hat sich vom konservativen Gegenentwurf zum reichweitenstarken Marktführer entwickelt. Medienforscher sehen darin auch einen Treiber der politischen Polarisierung in den USA.

Foto: Felton Davis / Wikimedia Commons, CC BY 2.0
Vor 30 Jahren, am 7. Oktober 1996, ging Fox News in den USA erstmals auf Sendung. Gedacht war der Kanal als konservatives Gegengewicht zu den aus Sicht vieler Zuschauer linksliberal geprägten großen TV-Nachrichten. Was anfangs eher wie ein riskantes Experiment wirkte, wurde in erstaunlich kurzer Zeit zu einer festen Macht im US-Fernsehen.
Eine Schlüsselfigur der frühen Jahre ist Sean Hannity, der bis heute zu den bekanntesten Gesichtern des Senders gehört. Laut der ARD-Analyse kamen viele der ersten Moderatoren aus dem politischen Talkradio. Als Vorbild diente dabei der Erfolg des rechtskonservativen Radiomanns Rush Limbaugh. Der Ton war von Beginn an deutlich konfrontativer als bei klassischen Nachrichtensendern.
Vom Außenseiter zum Marktführer
Besonders bemerkenswert: Schon nach sechs Jahren zog Fox News an CNN vorbei. Heute erreicht der Sender laut Bericht täglich bis zu vier Millionen Zuschauer – und damit ein Vielfaches der Konkurrenz. Der Politikwissenschaftler Reece Peck von der City University in New York sieht den Erfolg nicht nur in konservativen Themen oder scharfer Polemik. Entscheidend sei auch die direktere Ansprache, die sich bewusst von der glatten, distanzierten TV-Sprache anderer Sender absetzt.
- klare Haltung statt demonstrativer Ausgewogenheit
- zugänglicher, alltagsnaher Ton
- starke Bindung an ein treues Publikum
Mehr als Fernsehen
Nach Einschätzung von Peck hat Fox News nicht nur die Medienlandschaft verändert, sondern auch die Politik in den USA. Der Sender habe eine besonders loyale Fangemeinde aufgebaut und damit meinungsstarken, offen parteiischen Journalismus groß gemacht. Dieses Modell machte Schule: Auch MSNBC, das seit einem Jahr MS NOW heißt, entwickelte sich zu einem klar links-progressiven Nachrichtensender.
Für Medienforscher ist genau das Teil eines größeren Problems: Wenn Sender immer stärker für ein politisches Lager senden, wächst die Polarisierung. Peck beschreibt eine Entwicklung, in der es im Journalismus zunehmend weniger um Fakten oder Wahrheit gehe – und immer mehr darum, welches politische Team am Ende als Sieger dasteht.
Quelle: Tagesschau