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Musik & Film17. September 2026, 19:01 Uhr · von Redaktion

Filmtrip ans Ende der Welt

Der Film „Tristan Forever“ begleitet den Franzosen Loran Bonnardot auf die abgelegene Insel Tristan da Cunha im Südatlantik. Regisseur Tobias Nölle fragt dabei, ob der Ort mit rund 230 Bewohnern eine der letzten Utopien unserer Zeit ist.

Filmtrip ans Ende der Welt

Foto: Jklamo / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Ein winziger Fleck im Südatlantik, rund 230 Bewohner und vom nächsten Kontinent Tausende Kilometer entfernt: Genau dort setzt „Tristan Forever“ an. Der Film von Tobias Nölle folgt dem Franzosen Loran Bonnardot, für den Tristan da Cunha seit Jahrzehnten ein Rückzugsort ist. Bonnardot lebt in Paris und arbeitet für Médecins Sans Frontières in Krisengebieten – umso größer ist seine Sehnsucht nach einem Ort der Ruhe. Diesmal denkt er sogar darüber nach, ganz zu bleiben.

Zwischen Doku und Traumwelt

Nölle nimmt diese persönliche Geschichte als Ausgangspunkt für eine größere Frage: Ist Tristan da Cunha vielleicht eine der letzten Utopien unserer Zeit? Die Insel gehört zum britischen Überseegebiet und ist von Kapstadt aus erst nach etwa sechs Tagen Schiffsreise zu erreichen. Entdeckt wurde sie bereits 1506, dauerhaft besiedelt aber erst seit dem frühen 19. Jahrhundert. Die Isolation hat dort eine Gemeinschaft entstehen lassen, in der gegenseitige Hilfe zum Alltag gehört.

Gerade diese Nähe der Menschen prägt auch den Film. Nölle, der selbst zweimal länger auf der Insel war, beschreibt die Bewohner als außergewöhnlich warmherzig. Viele Familien gehen auf Schiffbrüchige und Seefahrer zurück, die dort einst neu anfingen. Der Film bleibt dabei aber keine klassische Dokumentation, sondern mischt Beobachtung mit fast märchenhaften Bildern.

  • Dokumentarische Szenen treffen auf magischen Realismus
  • Ein Pinguin wird zum Mitbewohner
  • Bonnardot steht in napoleonischer Uniform vor einer Schulklasse
  • Lange Plansequenzen zeigen die Natur der Insel fast mystisch

Harter Alltag hinter dem Idyll

Wie sich das Leben auf Tristan da Cunha wirklich anfühlt, weiß auch Karen Lavarello. Die gebürtige Tristanerin lebt seit 2005 in der Schweiz und gilt dort nach aktuellem Kenntnisstand als einzige Inselbewohnerin. Sie beschreibt den Alltag als anstrengend, aber zugleich schön: Es gebe immer Arbeit, etwa auf den Kartoffelfeldern. Konflikte blieben auch auf Tristan nicht aus – doch weil alle aufeinander angewiesen seien, finde die Gemeinschaft immer wieder Wege, miteinander auszukommen. Genau zwischen Sehnsucht, Enge und Zusammenhalt bewegt sich auch „Tristan Forever“.

Quelle: SRF