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Sport19. Oktober 2026, 17:01 Uhr · von Redaktion

FCN-Stadion wackelt deutlich

Der Vollumbau des Max-Morlock-Stadions in Nürnberg bleibt politisch gewollt, steht nach der Haushaltssperre aber unter Druck. Für das Projekt mit geschätzten Kosten von 260 bis 280 Millionen Euro droht eine deutliche Verzögerung.

FCN-Stadion wackelt deutlich

Foto: nordbayern

Der Plan für ein neues Zuhause des 1. FC Nürnberg ist längst mehr als eine Vision – doch ausgerechnet nach dem entscheidenden politischen Rückenwind ist das Großprojekt ins Stocken geraten. Zwar hatte der Nürnberger Stadtrat am 22. Juli 2026 einstimmig beschlossen, die bevorzugte Variante für einen Vollumbau des Max-Morlock-Stadions weiterzuverfolgen. Doch kurz darauf verhängte die Stadt eine Haushaltssperre – und stellte damit den bisherigen Fahrplan plötzlich infrage.

Eigentlich sollte die Vorzugsvariante bis Ende 2026 weiter ausgearbeitet werden, parallel dazu war ein Businessplan vorgesehen. Danach sollte die europaweite Vergabe der weiteren Planungs- und Bauleistungen folgen. Das große Problem bleibt aber die Finanzierung: Nach aktuellem Stand wird für den Umbau mit 260 bis 280 Millionen Euro gerechnet. Stadt, Club und Freistaat Bayern müssen dafür erst noch ein tragfähiges Modell auf den Tisch legen.

Zeitplan wohl nicht mehr zu halten

Wie ernst die Lage ist, machte Oberbürgermeister Marcus König Mitte September deutlich. Wegen der finanziellen Situation der Stadt werde es eine Verschiebung geben müssen. Aus seiner Sicht müsse sichergestellt sein, dass Zinsen und Tilgung später aus den Einnahmen des Stadions bezahlt werden können. Damit steht auch der frühere Zeithorizont auf der Kippe: Ein Baubeginn ab 2028 und eine Fertigstellung zur Saison 2031/32 gelten derzeit als kaum realistisch.

  • Stadtratsbeschluss pro Vollumbau: 22. Juli 2026
  • Ausarbeitung der Variante geplant bis Ende 2026
  • Kostenrahmen laut Schätzung: 260 bis 280 Millionen Euro
  • Früherer Zielkorridor: Baustart 2028, Fertigstellung 2031/32

Zusätzliche Fragen gibt es bei der Beteiligung des Clubs. König verwies darauf, dass derzeit auch offen sei, ob der FCN die vorgesehenen 30 Millionen Euro aufbringen kann. Sportvorstand Joti Chatzialexiou zeigte sich über diese Aussagen überrascht und betonte, man kenne die eigenen Möglichkeiten und habe die Hausaufgaben gemacht. Kämmerer Thorsten Brehm nannte das Vorhaben im BR eine „harte Nuss“ – und machte klar, dass das Projekt auch von einer Haushaltsgenehmigung für das kommende Jahr abhängt.

Druck aus der Nordkurve wächst

Die Diskussion hat inzwischen auch die Fanszene auf den Plan gerufen. Die organisierte Nordkurve Nürnberg richtete am 25. September einen offenen Brief an die Stadtpolitik und forderte ein klares Bekenntnis zum Club und Verlässlichkeit über eine Legislaturperiode hinaus. Die Sehnsucht nach einem modernen Stadion ist in Nürnberg also weiter riesig – nur der Weg dorthin wirkt plötzlich deutlich steiniger als noch im Sommer.

Quelle: nordbayern