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Politik4. September 2026, 19:02 Uhr · von Redaktion

EU schlägt Alarm bei Sexkrankheiten

In der EU sind 2024 so viele bakterielle Geschlechtskrankheiten gemeldet worden wie nie zuvor. Besonders Tripper und Syphilis nehmen stark zu, warnt das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten.

EU schlägt Alarm bei Sexkrankheiten

Neue Höchststände bei Syphilis und Tripper: In der EU haben sexuell übertragbare bakterielle Infektionen im Jahr 2024 ein Rekordniveau erreicht. Darauf weist das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten, kurz ECDC, hin. Die Warnung kommt passend zum Welttag der sexuellen Gesundheit – und sie ist deutlich: Vor allem Gonorrhö und Syphilis breiten sich weiter aus.

Tripper-Fälle seit 2015 verdreifacht

Chlamydien bleiben zwar die am häufigsten gemeldete Geschlechtskrankheit, hier sieht die Behörde nach eigenen Angaben aber einen Rückgang. Anders bei Gonorrhö, auch als Tripper bekannt: Die Zahl der Fälle hat sich seit 2015 verdreifacht. Gleichzeitig gibt es laut ECDC zunehmend Hinweise darauf, dass die Erreger resistent gegen Antibiotika werden könnten.

Tückisch ist dabei, dass Infektionen mit Chlamydien oder Gonokokken oft kaum Beschwerden machen oder ganz unbemerkt bleiben. Wer sich angesteckt hat, kann die Bakterien also weitergeben, ohne es zu wissen. Mögliche Anzeichen sind etwa:

  • Ausfluss aus Penis, Vagina oder Anus
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Schmerzen beim Sex oder im Unterleib

Unbehandelt können solche Infektionen ernste Folgen haben. Laut ECDC kann sowohl Gonorrhö als auch Chlamydien die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Der Schutz sei dabei eigentlich simpel: Kondome können viele dieser Infektionen verhindern.

Besondere Sorge wegen Syphilis

Besonders alarmiert sind Fachleute über den Anstieg bei Syphilis. Nach Angaben der ECDC steigen die Zahlen sowohl bei Männern, die Sex mit Männern haben, als auch bei Frauen, die Kinder bekommen können. Das ist heikel, weil eine Übertragung in der Schwangerschaft schwere Fehlbildungen beim ungeborenen Kind verursachen kann – im schlimmsten Fall mit tödlichen Folgen. Auch in Deutschland zeigt sich dieser Trend.

Als besonders gefährdet gelten Menschen mit häufig wechselnden Sexualpartnern. Zudem steigen die Zahlen laut ECDC in den vergangenen Jahren auch bei jungen Menschen, vor allem bei Gonorrhö. Die Empfehlung der Behörde ist klar: Wer Symptome bemerkt oder Kontakt zu Infizierten hatte, sollte sich testen und behandeln lassen.

Quelle: Tagesschau