EU plant Social-Media-Bremse
In Straßburg hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen neue Regeln zum Schutz Minderjähriger im Netz vorgestellt. Soziale Medien könnten für Unter-18-Jährige gesperrt werden, wenn Plattformen ihre Sicherheit nicht belegen.

Foto: Wikimedia Commons / Grunpfnul, CC BY-SA 4.0
Die EU-Kommission will Kinder und Jugendliche deutlich stärker vor Gefahren im Netz schützen. In Straßburg hat Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen neue Vorschläge vorgestellt, die soziale Medien, Onlinespiele und auch KI-Angebote betreffen. Künftig sollen Plattformen belegen müssen, dass ihre Dienste für Minderjährige sicher sind. Gelingt das nicht, könnten Angebote für Nutzer unter 18 Jahren gesperrt werden.
Im Zentrum stehen klare Altersstufen. Nach den Plänen sollen Kinder unter 13 Jahren keine klassischen sozialen Netzwerke mehr nutzen dürfen. Für sie wären nur kindgerechte Videoplattformen oder spezielle Kinderbereiche über die Konten der Eltern erlaubt. Für 13- und 14-Jährige sind betreute Mini-Konten vorgesehen, die von Erziehungsberechtigten eingerichtet und überwacht werden.
Klare Grenzen für junge Nutzer
- Unter 13 Jahren: keine sozialen Netzwerke, nur kinderfreundliche Angebote
- 13 bis 14 Jahre: Mini-Konten unter Aufsicht der Eltern
- Ab 15 Jahren: eigenes persönliches Konto möglich
Außerdem sollen Schutzfunktionen automatisch aktiviert sein. Profile von Minderjährigen müssten standardmäßig privat bleiben. Standortdaten sowie der Zugriff auf Kamera und Mikrofon sollen abgeschaltet sein, eigene Livestreams wären ebenfalls tabu. Dazu kommen einfachere Möglichkeiten zum Blockieren und Stummschalten anderer Nutzer sowie Schutz vor unerwünschten Nachrichten von Fremden.
Auch KI-Chatbots im Visier
Die Kommission will zudem Funktionen einschränken, die junge Menschen möglichst lange auf Plattformen halten. Genannt werden etwa endloses Scrollen, bestimmte Belohnungsmechanismen und Push-Nachrichten in der Schlafenszeit. Auch personalisierte Empfehlungsfeeds sollen begrenzt werden, wenn sie Jugendliche zu problematischen Inhalten lenken können. Gleichzeitig sollen Anbieter nachweisen, dass ihre Dienste nicht gezielt abhängig machen.
Die Regeln sollen ausdrücklich auch für KI-Chatbots gelten. Sie dürften Minderjährigen keine persönliche Nähe vorspielen und ihre Antworten nicht auf frühere Fragen personalisiert zuschneiden. Damit die Altersgrenzen überhaupt kontrolliert werden können, setzt die EU auf eine Altersprüfung über Online-Dienste und App-Stores. Als mögliche Lösung nennt die Kommission den künftigen digitalen Personalausweis in einer europäischen E-Wallet.
Quelle: DW Deutsch