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Musik & Film2. Oktober 2026, 19:00 Uhr · von Redaktion

ESC wächst trotz Boykott weiter

Der Eurovision Song Contest kämpft nach Boykotten wegen Israels Teilnahme mit sinkenden Quoten: 2026 sahen nur noch 131 Millionen zu. Irland bleibt 2027 draußen, gleichzeitig treibt die EBU Reformen und die Planung für Bulgarien voran.

ESC wächst trotz Boykott weiter

Foto: European Broadcasting Union / Wikimedia Commons, Public domain

Der Eurovision Song Contest steckt weiter in einem Spannungsfeld aus Wachstum und Krise. Zwar betont ESC-Direktor Martin Green die verbindende Kraft der Show auch nach dem 70. Jubiläum im Mai, doch die Ausgabe 2026 war stark von politischem Streit überschattet. Hintergrund waren Boykotte wegen der Teilnahme Israels während des Kriegs im Gazastreifen.

Die Folgen waren deutlich messbar: Die Reichweite des Wettbewerbs sank von 166 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern im Jahr 2025 auf nur noch 131 Millionen im Jahr 2026. Damit traf die Protestwelle den Musikwettbewerb nicht nur politisch, sondern auch bei Beteiligung und Einschaltquoten.

Irland sagt erneut ab

Für den ESC 2027 zeichnet sich ab, dass die geopolitischen Spannungen anhalten. Von fünf Ländern, die 2026 nicht antraten, hat Irland seine erneute Absage bereits bestätigt. Auch der bisherige niederländische ESC-Sender Avrotros wollte dem Wettbewerb fernbleiben. Am Ende sprang jedoch die Rundfunk-Dachorganisation NPO ein und entschied, dass die Niederlande 2027 doch wieder teilnehmen. Offen ist die Lage noch bei Spanien, Island und Slowenien.

  • Boykott 2026: Niederlande, Spanien, Island, Slowenien, Irland
  • Irland fehlt auch 2027
  • Die Niederlande kehren durch Entscheidung der NPO zurück

EBU plant neue Regeln

Die Europäische Rundfunkunion reagiert inzwischen auch organisatorisch. Seit August gilt eine neue Regel für das Gastgeberrecht: Wenn die Sicherheitslage oder die geopolitische Situation im Siegerland problematisch ist, wird der Gewinner-Sender automatisch von der Ausrichtung ausgeschlossen. Zusätzlich arbeiten die Organisatoren an Änderungen beim Voting. Künftig soll nur noch online abgestimmt werden, außerdem sollen nicht mehr nur ein Beitrag, sondern drei ausgewählt werden können. Damit will die EBU politisch motivierte Stimmabgaben stärker eindämmen.

Parallel laufen bereits die Vorbereitungen für den ESC 2027. Nach dem Sieg der bulgarischen Sängerin Dara mit dem Song „Bangaranga“ richtet sich der Blick nun nach Bulgarien. Trotz Boykott, Protesten und Reformdruck bleibt der Wettbewerb damit klar auf Kurs – nur eben unter deutlich schwierigeren Vorzeichen.

Quelle: DW Deutsch