JETZT LIVE
Politik24. September 2026, 19:05 Uhr · von Redaktion

Ermittlungen gegen 105-Jährigen

Die Staatsanwaltschaft Dortmund ermittelt gegen einen 105-jährigen ehemaligen Wachmann des NS-Kriegsgefangenenlagers Senne bei Stukenbrock. Ihm wird Beihilfe zum vielfachen Mord vorgeworfen.

Ermittlungen gegen 105-Jährigen

Mehr als 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs beschäftigt ein möglicher NS-Fall erneut die Justiz in Nordrhein-Westfalen. Die Staatsanwaltschaft Dortmund ermittelt gegen einen heute 105-jährigen früheren Wachmann des NS-Kriegsgefangenenlagers Senne bei Stukenbrock. Der Verdacht: Beihilfe zum vielfachen Mord.

Bestätigt wurde das Verfahren von der Staatsanwaltschaft dem WDR. Dass heute noch in NS-Komplexen ermittelt wird, ist selten geworden. Der Grund liegt vor allem auf der Hand: Viele mögliche Beschuldigte aus dieser Zeit leben nicht mehr. Trotzdem können solche Verfahren weiterhin geführt werden.

Warum der Fall noch verfolgt werden kann

Juristisch ist die Lage klar: Mord und auch Beihilfe zum Mord verjähren nicht. Deshalb sind Ermittlungen selbst Jahrzehnte nach den Taten grundsätzlich noch möglich. Genau deshalb kann die Justiz auch jetzt noch einem Verdacht nachgehen, der in die Zeit des Nationalsozialismus zurückreicht.

  • Beschuldigter: ehemaliger Wachmann
  • Alter: 105 Jahre
  • Ort des Lagers: Senne bei Stukenbrock
  • Vorwurf: Beihilfe zum vielfachen Mord

Zentrale Stelle in NRW

In Nordrhein-Westfalen ist die Staatsanwaltschaft Dortmund zentral für Ermittlungen zu NS-Verbrechen zuständig. Der aktuelle Fall zeigt, dass die juristische Aufarbeitung nationalsozialistischer Verbrechen auch im hohen Alter mutmaßlicher Beteiligter nicht automatisch endet. Auch wenn solche Verfahren inzwischen nur noch vereinzelt vorkommen, sind sie rechtlich weiterhin möglich.

Quelle: Tagesschau