Druck auf Infantino wächst
Gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino gibt es neue Vorwürfe: Jordaniens Verbandschef Prinz Ali spricht von ausstehendem Preisgeld in Höhe von 4,2 Millionen Dollar und nennt die Lage Erpressung. Für Mittwoch wurde zudem ein Krisentreffen in Rabat gemeldet.

Die Kritik an Gianni Infantino ebbt nicht ab. Nun erhebt ausgerechnet Prinz Ali bin al-Hussein, Chef des jordanischen Fussballverbands und früherer Gegenkandidat bei FIFA-Wahlen, schwere Vorwürfe gegen den Weltverband. Auf X erklärte er, dass Jordanien seit Monaten Geld vorenthalten werde. Während der Weltmeisterschaft sei ihm mündlich signalisiert worden, es würde dem Verband helfen, wenn er Infantino unterstütze. Für den jordanischen Funktionär ist die Sache klar: Er spricht von Erpressung.
Im Zentrum steht ein offenes Preisgeld aus dem FIFA Arab Cup 2025. Jordanien war dort im Dezember 2025 bis ins Finale gekommen und soll laut Medienberichten noch 4,2 Millionen Dollar erhalten. Al-Hussein kritisierte, dass die Summe bis heute nicht ausgezahlt worden sei – obwohl die FIFA gleichzeitig auf hohe Rücklagen verweise.
Krisentreffen in Rabat
Parallel dazu berichten die britische Zeitung "The Times" und Sky von einer eilig einberufenen Sitzung in Marokko. Demnach hat Infantino für Mittwoch wichtige Mitarbeiter nach Rabat bestellt. Worum es bei dem Treffen konkret gehen soll, ist bislang offen. Brisant ist der Ort dennoch: In Rabat sitzt der regionale FIFA-Hauptsitz für Afrika, ausserdem sollen dort 2027 der 77. FIFA-Kongress und die nächsten Präsidentenwahlen stattfinden.
Widerstand auch aus den eigenen Reihen
Die neuen Vorwürfe kommen in einer Phase, in der Infantinos Position ohnehin wackelt. Zuletzt hatte der FIFA-Boss laut Berichten versucht, Teile der WM-Rechte an Investoren zu verkaufen. Der Plan wurde nach internationalem Widerstand schnell wieder kassiert. Auch intern wächst der Druck:
- Generalsekretär Mattias Grafström sprach von einem Aufruhr und einer traurigen Entwicklung.
- Arsène Wenger, Direktor für die globale Fussball-Entwicklung, ging auf Distanz.
- Berater Carlos Cordeiro trat bereits in der Vorwoche aus Protest zurück.
Ob die aktuelle Krise tatsächlich das Ende von Infantinos Präsidentschaft einleitet, ist offen. Klar ist aber: Die Liste der Vorwürfe wird länger – und der Ton gegenüber der FIFA-Spitze deutlich schärfer.