Drohnen-Angriffe alarmieren EU
Im Schwarzen Meer sind binnen einer Woche zwei Handelsschiffe attackiert worden, eines sank, elf Seeleute werden vermisst. EU und Nato sehen vor Bulgarien und Rumänien eine neue Eskalation im russischen Krieg.

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Im westlichen Schwarzen Meer spitzt sich die Lage weiter zu: Innerhalb einer Woche wurden zwei Handelsschiffe mit Drohnen angegriffen. Eines der Schiffe sank, elf Seeleute werden vermisst. Das zweite Schiff, die «Chelsea 3», war unter maltesischer Flagge unterwegs. Hinter den Attacken wird Russland vermutet.
EU spricht von neuer Front
In Brüssel wächst die Sorge. Nach Angaben der EU-Kommission ist die Region vor den EU-Staaten Rumänien und Bulgarien zu einer neuen Eskalationszone im russischen Krieg gegen die Ukraine geworden. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verurteilte die Angriffe und tauschte sich mit dem bulgarischen Premierminister aus. Auch beim EU-Gipfel Ende der Woche sollen die zunehmend häufigen hybriden Angriffe auf Europa Thema sein.
Die Nato hält sich ebenfalls bereit. Aus dem Bündnis hiess es, man werde das Verteidigungsdispositiv an der Ostflanke bei Bedarf anpassen. Klar ist aber auch: Die Lage im Schwarzen Meer ist nicht plötzlich aus dem Nichts entstanden. Laut der türkischen Handelskammer wurden seit dem russischen Großangriff auf die Ukraine im Februar 2022 weit über 200 zivile Handelsschiffe im Schwarzen Meer attackiert, die meisten davon in diesem Jahr.
Uneinigkeit bei der Reaktion
Innerhalb der EU gibt es unterschiedliche Vorstellungen, wie hart man auf Moskau reagieren soll. Vor allem osteuropäische Staaten drängen auf ein robusteres Vorgehen. In westlichen und südlichen EU-Ländern wird die Bedrohung dagegen oft weniger akut wahrgenommen, obwohl auch dort immer wieder Drohnen über kritischer Infrastruktur auftauchen.
- Die militärische Antwort liegt bei der Nato.
- Die politische Reaktion liegt bei der EU.
- Für viele EU-Schritte braucht es Einstimmigkeit.
Genau diese Einigkeit ist aber nicht immer vorhanden. Gleichzeitig bleiben Fragen zur Verlässlichkeit der Partner offen. In Brüssel sorgen laut SRF-Bericht zuletzt auch Zweifel an der Rolle der USA für Unruhe. Damit wächst der Druck auf EU und Nato, im Schwarzen Meer nicht nur scharf zu verurteilen, sondern auch konkrete Antworten vorzubereiten.
Quelle: SRF