Diessl sprintet auf EM-Rang fünf
Hürdensprinter Enzo Diessl hat bei der Leichtathletik-EM in Birmingham den fünften Platz über 110 Meter Hürden belegt. Der 22-jährige Österreicher lief im Finale 13,44 Sekunden, auf Bronze fehlten nur 0,18 Sekunden.

Enzo Diessl hat bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham ein starkes Ergebnis geliefert: Der Steirer wurde im Finale über 110 Meter Hürden Fünfter. Nach 13,35 Sekunden im Halbfinale kam der 22-Jährige im Endlauf auf 13,44 Sekunden. Der Sprung aufs Podest blieb knapp aus, auf Bronze fehlten am Ende nur 18 Hundertstel.
Den Europameistertitel im Alexander Stadium holte sich der Schweizer Jason Joseph in 13,12 Sekunden. Silber ging an den Franzosen Just Kwaou-Mathey mit 13,16, Bronze an den Polen Jakub Szymanski in 13,26. Für Diessl blieb damit zwar kein Edelmetall, aber sehr wohl das bislang beste Resultat bei einer großen Freiluft-Meisterschaft in der Allgemeinen Klasse.
Zwischen Frust und Stolz
Mit seinem Auftritt im Finale war Diessl nur teilweise zufrieden. Er sprach von einem soliden fünften Platz, haderte aber mit der Umsetzung in seinem Lauf. Noch überwiege bei ihm die Enttäuschung, der Stolz komme aber langsam nach. Gleichzeitig machte er klar, dass er in dem Rennen mehr in sich gesehen hat und das Ergebnis für die kommenden Jahre zusätzlichen Antrieb gibt.
Damit setzt der Österreicher seine Entwicklung auf hohem Niveau fort. In den Nachwuchsklassen hatte Diessl bereits große Erfolge gefeiert:
- U20-Europameister 2023 in Jerusalem
- U23-Europameister 2025 in Bergen
- Jetzt erstmals ein Topergebnis bei einer internationalen Meisterschaft der Allgemeinen Klasse
Bestzeit fast auf Rekordkurs
Diessls persönliche Bestmarke steht bei 13,17 Sekunden. Damit ist er die Nummer zwei der österreichischen Allzeitliste hinter Mark McCoy, der 1994 auf 13,14 kam. Nach schwierigen Erfahrungen bei der EM 2024 in Rom, den Olympischen Spielen 2024 in Paris und der WM 2025 in Tokio ist Rang fünf in Birmingham nun ein wichtiger Schritt nach vorne.
Vorbereitet wurde Diessl von Beate Hochleitner, die ihn seit 2012 betreut, sowie Athletiktrainer Christoph Ranz. Selbst eine Schulterverletzung im Juni brachte ihn nicht entscheidend aus dem Tritt. Der Sportstudent sieht seinen Weg ohnehin als dauernden Lernprozess — und genau diese Haltung hat ihn nun zu seinem bislang größten Erfolg bei den "Erwachsenen" geführt.
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