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Sport1. August 2026, 17:01 Uhr · von Redaktion

Daums Nachlass wird gehoben

Nach dem Tod von Christoph Daum im August 2024 soll sein umfangreicher Nachlass nun aufgearbeitet werden. In seiner Kölner Villa warten Hunderte Ordner, Trikots und Erinnerungsstücke auf Sichtung durch Experten.

Daums Nachlass wird gehoben

Fast ein Jahr nach dem Tod von Christoph Daum kommt Bewegung in seinen Nachlass. Das Arbeitszimmer des früheren Erfolgstrainers in der Kölner Villa blieb nach seinem Tod im August 2024 zunächst unberührt. Nun will seine Witwe Angelica Camm-Daum die zahlreichen Unterlagen und Erinnerungsstücke für die Öffentlichkeit zugänglich machen.

Ein Archiv voller Fußballgeschichte

Beim ersten Blick wird schnell klar, wie akribisch Daum gearbeitet hat. Sein Schreibtisch wirkt, als sei er nur kurz aufgestanden. In einem rund acht Meter langen Wandschrank lagern Hunderte Ordner, sauber sortiert nach Themen und Zeiträumen. Dokumentiert ist dort beinahe sein komplettes Berufsleben: von den Anfängen beim 1. FC Köln über die Zeit an der Sporthochschule bis zu internationalen Trainerstationen.

  • Gespräche mit Spielern
  • Mannschaftsbesprechungen
  • Trainingskonzepte
  • medizinische Analysen

Sportwissenschaftler Gunnar Gerisch, der Daum zehn Jahre lang als Co-Trainer begleitete, hält das Material für besonders wertvoll. Aus seiner Sicht steckt in den Unterlagen ein enormes Fachwissen, das gerade für junge Trainer von großer Bedeutung sein könnte. Perspektivisch soll der Bestand digitalisiert werden. Im Gespräch sind dabei auch Kooperationen mit dem DFB und der Deutschen Sporthochschule Köln.

Museum prüft Präsentation

Zu den ersten Gästen bei der Sichtung gehörte Manuel Neukirchner, Direktor des Deutschen Fußballmuseums. Für ihn sind die Aufzeichnungen ein wichtiger Teil der deutschen Fußballgeschichte. Eine klassische Ausstellung mit Ordnern und Protokollen sei allerdings schwierig umzusetzen. Deshalb wird nun geprüft, wie sich Forschung, Digitalisierung und museale Präsentation sinnvoll verbinden lassen.

Anschaulicher sind für ein Museum vor allem Stücke, mit denen sich Daums Arbeitsweise direkt erzählen lässt. Ein bekanntes Beispiel sind seine Motivationsscherben, über die Spieler vor wichtigen Partien barfuß laufen mussten. Solche Objekte sind bereits heute in Dortmund zu sehen. Jetzt könnte nach und nach noch mehr aus Daums Privatarchiv folgen.

Foto: rundschau_online