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Musik & Film2. Oktober 2026, 09:01 Uhr · von Redaktion

Cruise greift nach dem Oscar

Tom Cruise zeigt sich in „Digger“ ungewohnt verwandelt: Statt Action spielt der 64-Jährige einen alten Öl-Magnaten in einer satirischen Umweltgeschichte. Der Film gilt als möglicher Oscar-Anlauf des Stars.

Cruise greift nach dem Oscar

Foto: Wikimedia Commons / Gage Skidmore from Peoria, AZ, United States of America, CC BY-SA 2.0

Tom Cruise will es noch einmal wissen: Mit „Digger“ startet der Hollywood-Star einen auffällig anderen Anlauf auf den Oscar. Statt waghalsiger Action wie in „Mission: Impossible“ setzt der 64-Jährige diesmal auf Arthouse und Charakterspiel. Für viele ist Cruise zwar vor allem der Mann der spektakulären Stunts – dabei hat er schon mehrfach bewiesen, dass er weit mehr kann als nur rennen, springen und an Flugzeugen hängen.

Seine stärksten Beispiele liegen schon etwas zurück: In „Born on the Fourth of July“ spielte er einen zerstörten Vietnamveteranen, in „Magnolia“ einen aggressiven Motivationscoach. Für beide Rollen gab es Oscar-Nominierungen. Insgesamt kommt Cruise auf vier Nominierungen, dazu erhielt er seit 2025 einen Ehren-Oscar. Mit „Digger“ soll nun offenbar der nächste große Schritt folgen – diesmal mit realistischen Chancen auf die Auszeichnung als bester Schauspieler.

Ungewöhnlicher Cruise in Satire-Rolle

Dass die Erwartungen hoch sind, liegt auch am Regisseur: Alejandro G. Iñárritu hat in der Vergangenheit immer wieder Darsteller zu Oscar-Ehren geführt. In „Digger“ schickt er Cruise nun in eine Rolle, die mit seinem bisherigen Leinwand-Image bricht. Der Star spielt Digger Rockwell, einen alten, übergewichtigen und kahl werdenden Superreichen, der rücksichtslos nach Öl bohrt und weder Umwelt noch Belegschaft schont.

Die Handlung dreht dann voll auf: Durch eine Bohrung in Grönland löst sich eine gewaltige Eisplatte und treibt auf Europa zu. Die Konsequenzen sind verheerend – Tsunami, Überschwemmungen, viele Tote. Gemeinsam mit dem US-Präsidenten, einem Trump-ähnlichen Politiker mit Krebs, und dessen Priester versucht Digger, die Lage in den Griff zu bekommen. Der Film erzählt das als politische Satire mit klarer Umweltbotschaft, auch wenn diese stellenweise sehr direkt ausfällt.

Starke Besetzung, klare Botschaft

Neben Cruise ist auch der Cast ein starkes Argument fürs Kino:

  • Sandra Hüller als Diggers Schwester und Umweltaktivistin
  • Riz Ahmed als Wissenschaftler
  • Jesse Plemons als Unternehmer
  • John Goodman in einer weiteren Rolle

Unterm Strich ist „Digger“ kein typischer Tom-Cruise-Film, sondern eine ungewöhnliche, teils bissige Satire. Gerade deshalb könnte der Film für den Star spannend werden: weniger Adrenalin, mehr Abgrund – und vielleicht tatsächlich die nächste große Oscar-Chance.

Quelle: SRF