Bundeswehr plant Drohnenregiment
Die Bundeswehr will 2027 ihr erstes eigenes Drohnenregiment aufbauen. Verteidigungsminister Boris Pistorius kündigte auf dem Truppenübungsplatz Bergen an, dass die neue Einheit auf bis zu 600 Soldatinnen und Soldaten anwachsen soll.

Foto: Auge=mit / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
Die Bundeswehr zieht aus den Erfahrungen des Ukraine-Kriegs eine weitreichende Konsequenz: Für 2027 ist der Aufbau eines eigenen Drohnenregiments geplant. Die Ankündigung kam von Verteidigungsminister Boris Pistorius bei einem Besuch auf dem Truppenübungsplatz Bergen in Niedersachsen. Wo die neue Einheit später stationiert wird, ist allerdings noch offen.
Hintergrund ist die wachsende Bedeutung unbemannter Systeme auf dem Gefechtsfeld. In der Ukraine spielen Drohnen bei Angriffen und Aufklärung eine zentrale Rolle. Nach Angaben des Ministers soll die Bundeswehr deshalb nicht nur auf fliegende, sondern auch auf unbemannte Systeme am Boden setzen. Das neue Regiment soll dabei Fähigkeiten für verschiedene Distanzen bündeln – von kurzer Reichweite bis hin zu 500 Kilometern.
Bis zu 600 Soldaten geplant
Weitere Einzelheiten nannte der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding. Demnach soll die neue Einheit zunächst mit 300 Soldatinnen und Soldaten starten und später auf eine Zielgröße von 600 anwachsen. Zusätzlich ist eine eigene Kompanie für den elektromagnetischen Kampf vorgesehen.
- Aufbau des Regiments: im Laufe des Jahres 2027
- Anfangsstärke: 300 Soldatinnen und Soldaten
- Zielstärke: 600
- Reichweite der Systeme: von kurzer Distanz bis 500 Kilometer
Neue Drohnen auch für Litauen-Brigade
Parallel dazu sollen unbemannte Systeme weiter in bestehende Truppenteile integriert werden, etwa bei Jägern, Aufklärern und Panzertruppen. Außerdem verfolgt das Heer das Ziel, die für Litauen vorgesehene Brigade 45 noch vor ihrer Verlegung mit Fähigkeiten zur Drohnenabwehr auszustatten.
Auch bei der Ausrüstung des neuen Regiments gibt es bereits konkrete Pläne: Vorgesehen sind unter anderem sogenannte Kamikazedrohnen, also Loitering Munition, die derzeit in der Bundeswehr getestet wird. Im kommenden Jahr sollen diese Systeme in der Truppe ankommen. Damit stellt sich das Heer sichtbar auf eine neue Form der Kriegsführung ein.
Quelle: Tagesschau