Bundesrat: Ost gegen West
In der Schweiz spitzt sich die Debatte um die Nachfolge von Guy Parmelin zu. Im Raum stehen Esther Friedli aus St. Gallen und Céline Amaudruz aus Genf – mit heikler Frage der regionalen Vertretung.

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Bei der Ersatzwahl für den Bundesrat zeichnet sich ein spannendes regionales Kräftemessen ab. Im Gespräch sind vor allem Esther Friedli aus St. Gallen und Céline Amaudruz aus Genf. Noch ist offen, ob beide tatsächlich antreten wollen – doch schon jetzt sorgt die mögliche Konstellation für politischen Zündstoff.
St. Gallen hält sich bedeckt
Friedli wollte sich am Donnerstag nicht zu einer Kandidatur äussern. Bei der Eröffnung der Olma in St. Gallen stellte sie stattdessen die Landwirtschaftsmesse in den Vordergrund, wo sie gemeinsam mit ihrem Mann Toni Brunner eine Beiz betreibt. Klarer wurde dagegen der St. Galler SVP-Präsident Walter Gartmann: Friedli sei mit ihm und der Kantonalpartei im Austausch, die Nomination ist für den 21. Oktober geplant.
Eine Kandidatur der St. Galler Ständerätin hätte allerdings eine heikle Nebenwirkung. Mit Karin Keller-Sutter sitzt bereits eine FDP-Bundesrätin aus demselben Kanton in der Landesregierung. Laut Politologe Adrian Vatter wäre eine Doppelvertretung eines mittelgrossen Kantons ein Novum – bisher gab es das nur bei den grossen Kantonen Bern und Zürich.
Romandie pocht auf ihren Platz
Auf der anderen Seite gilt Céline Amaudruz, Vizepräsidentin der SVP Schweiz und Direktorin bei einem privaten Vermögensverwalter, in der Westschweiz als aussichtsreichste Kandidatin. Für die Romandie steht dabei mehr auf dem Spiel als nur eine Personalfrage: Seit 1970 ist die Westschweiz stets mit zwei Mitgliedern im Bundesrat vertreten.
- Die Romandie stellt laut SVP Westschweiz rund 25 Prozent der Schweiz.
- Nach Ansicht von Westschweizer Vertretern entsprechen zwei Sitze deshalb einer angemessenen Vertretung.
- Politologe Vatter hält die Sprachregion in dieser Frage für wichtiger als den einzelnen Kanton.
Damit läuft alles auf eine Grundsatzfrage hinaus: Zählt bei der Wahl stärker die regionale Balance zwischen Deutschschweiz und Romandie – oder fällt der Entscheid am Ende doch nach parteiinternen und persönlichen Kriterien? Sicher ist vorerst nur: Das mögliche Duell Ostschweiz gegen Westschweiz dürfte das Bundeshaus noch länger beschäftigen.
Quelle: SRF