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Politik3. September 2026, 07:02 Uhr · von Redaktion

Bund prüft Verbot von Umpolung

In der Schweiz zeigt sich der Bundesrat offen für ein landesweites Verbot von Konversionsmassnahmen gegen queere Menschen. Laut Bericht waren 15,5 Prozent trans Personen und 9,5 Prozent lesbischer, schwuler und bisexueller Menschen betroffen.

Bund prüft Verbot von Umpolung

Foto: Bundesrepublik Deutschland / Wikimedia Commons, Public domain

Der Bundesrat stellt sich klar gegen sogenannte Konversionsmassnahmen und kann sich nun auch ein schweizweites Verbot vorstellen. In einem neuen Bericht verurteilt die Regierung Praktiken, die homosexuelle oder queere Menschen in eine heterosexuelle oder traditionellere Lebensweise drängen sollen. Solche Versuche gebe es auch in der Schweiz – mit teils schweren Folgen für die Betroffenen.

Zwar hält der Bundesrat die bestehenden Gesetze grundsätzlich für ausreichend. Weil aber mehrere Kantone bereits eigene Regeln planen oder eingeführt haben, wächst der Druck auf eine landesweite Lösung. Ein Verbot auf Bundesebene wäre aus Sicht der Regierung ein deutliches politisches Signal gegen diese Eingriffe.

Bericht zeigt Betroffenheit in der Schweiz

Wie stark das Problem ist, lässt sich laut Bundesrat nicht genau beziffern, weil die Datenlage begrenzt ist. Hinweise liefert aber das Swiss LGBTIQ+ Panel. Demnach machten 15,5 Prozent der trans Personen sowie 9,5 Prozent der lesbischen, schwulen und bisexuellen Menschen entsprechende Erfahrungen. Oft geschah das bereits in Kindheit oder Jugend.

  • vor allem in religiösen Kreisen
  • aber auch in Schule, Psychotherapie, Medizin oder Familie
  • von subtiler Beeinflussung bis zu schweren Eingriffen

Der Bericht beschreibt Konversionsmassnahmen als Versuche, sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität zu verändern oder zu unterdrücken. Die Folgen können gravierend sein: psychisches Leid, Angstzustände, Depressionen sowie Schäden für Selbstwertgefühl und soziale Beziehungen.

Ständerat könnte nächsten Schritt auslösen

Ob es tatsächlich zu einem Bundesgesetz kommt, liegt nun auch beim Parlament. Ein bereits vorhandener, aber sistierter Vorstoss könnte dem Bundesrat den Auftrag für ein Verbot erteilen. Frühestens im vierten Quartal dieses Jahres könnte das Thema im Ständerat wieder auf die Agenda kommen. Politisch und gesellschaftlich deutet laut Bericht inzwischen vieles darauf hin, dass Konversionsmassnahmen grundsätzlich untersagt werden sollen.

Quelle: SRF