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Promis4. Juli 2026 · von Redaktion

Böttinger wird 70 ohne Party

Bettina Böttinger erreicht einen runden Geburtstag, verschiebt die große Feier aber. Ruhiger ist ihr Leben nach dem „Kölner Treff“ trotzdem nicht geworden.

Böttinger wird 70 ohne Party

Bettina Böttinger wird an diesem Samstag 70 Jahre alt – gefeiert wird der runde Geburtstag aber noch nicht groß. Die Moderatorin und Journalistin, die eigentlich gern Feste ausrichtet, will damit bis 2027 warten. Von Ruhestand kann bei ihr ohnehin keine Rede sein: Auch drei Jahre nach ihrem Abschied vom „Kölner Treff“ nimmt sie weiterhin zahlreiche Moderationsanfragen an.

Ein bisschen entspannter sollte das Leben nach dem Ausstieg aus der wöchentlichen TV-Routine eigentlich werden. Sichtbarster Beweis für mehr Freizeit sind bislang vor allem ihre beiden Rauhaardackel Ilse und Finchen. Den zweiten Hund, Ilse, erfüllte sich Böttinger erst nach dem Ende ihrer langen Zeit beim „Kölner Treff“. Viel anderes habe sich seitdem jedoch nicht verändert – auch, weil sie ungern absagt und die Bühne nach wie vor liebt.

Podcast statt festem TV-Korsett

Dass sie gern vor Publikum steht, sagt Böttinger offen. Gerade das direkte Zusammenspiel mit den Menschen reize sie weiterhin. Rückblickend zählt sie neben dem „Kölner Treff“, den sie 17 Jahre lang moderierte, vor allem „B trifft…“ zu ihren wichtigsten Formaten. Dort kamen schon früh Menschen zu Wort, die damals in den Medien oft übersehen wurden – darunter HIV-positive und queere Gäste.

Statt einer festen Fernsehsendung setzt Böttinger heute vor allem auf ihren Podcast „Zwischen den Zeilen“. Dort führt sie lange Gespräche mit prominenten Gästen, unter anderem mit Hape Kerkeling, Annette Dittert und Markus Söder. Dieses Format eröffne ihr andere Möglichkeiten als das klassische Fernsehen, weil mehr Zeit für Tiefe bleibe.

Zugleich blickt Böttinger mit Sorge auf die gesellschaftliche Entwicklung. Sie hält das von der AfD verbreitete Menschenbild für gefährlich und verweist auf zunehmende Gewalt gegen homosexuelle Paare und Transmenschen. Dennoch sieht sie ihr jahrzehntelanges Engagement nicht als vergeblich an. Für sie geht es jetzt darum, die Offenheit und Vielfalt, für die lange gekämpft wurde, entschlossen zu verteidigen.