BND-Vize privat im Datenleck
Die private Handynummer eines BND-Vizepräsidenten war laut Recherchen jahrelang im Internet einsehbar. Betroffen sind demnach auch Mailadresse und Wohnanschrift aus einem Leak mit rund 3,4 Millionen Kundendaten.

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Heikle Datenpanne bei einem der ranghöchsten deutschen Geheimnisträger: Die private Handynummer von Dag Baehr, militärischer Vize-Präsident des BND, ist laut Recherchen von WDR und Süddeutscher Zeitung seit Jahren frei im Internet auffindbar. Öffentlich einsehbar gewesen seien demnach außerdem seine private E-Mailadresse und seine Wohnanschrift in Bayern.
Baehr ist Generalmajor der Bundeswehr und seit 2023 einer der Vizechefs des Auslandsgeheimdienstes. In seinem Bereich geht es um strategische militärische Aufklärung im Ausland. Nach Angaben der Recherche stammt das Datenleck aus dem Hack eines US-Online-Auktionshauses im Jahr 2020. Kurz nach dem Angriff seien rund 3,4 Millionen Kundendatensätze im Netz gelandet – darunter auch die von Baehr.
Nummer offenbar weiter genutzt
Besonders brisant: Nach Informationen von WDR und SZ soll Baehr die geleakte Nummer bis kurz vor der Veröffentlichung weiter genutzt haben. Die Reporter erreichten ihn demnach am 9. September unter genau dieser Nummer. Im Gespräch sagte er laut Bericht, dass ihm schon länger bekannt gewesen sei, dass seine Daten in einem Leak aufgetaucht sind.
Baehr erklärte demnach auch, die Nummer werde nur privat und nur eingeschränkt verwendet – unter anderem für Menschen, die sich eine neue Nummer nicht so leicht merken könnten. Außerdem werde das Handy regelmäßig auf Schadsoftware überprüft.
Behörden reagieren ausweichend
Der BND äußerte sich auf Anfrage nicht konkret zum Fall und verwies grundsätzlich darauf, zu möglichen nachrichtendienstlichen Erkenntnissen, Tätigkeiten und Personalangelegenheiten nicht öffentlich Stellung zu nehmen. Das Bundeskanzleramt, das die Fachaufsicht über den Dienst hat, erklärte dagegen allgemein, Hinweise auf Datenleaks bei Mitarbeitenden von Sicherheitsbehörden würden sehr ernst genommen.
- Betroffen: private Handynummer, E-Mailadresse und Wohnanschrift
- Quelle des Leaks: Hack eines US-Auktionshauses
- Zeitpunkt des Hacks: 2020
- Umfang: rund 3,4 Millionen Kundendaten
Der Fall ist laut Recherche kein Einzelfall. WDR und SZ berichten, dass auch mehrere europäische Geheimdienstchefs von ähnlichen Datenpannen betroffen seien.
Quelle: Tagesschau