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Musik & Film2. Oktober 2026, 13:01 Uhr · von Redaktion

Bligg zieht Album-Schlussstrich

Der Schweizer Musiker Bligg veröffentlicht mit „The Bligg Picture“ sein letztes Studioalbum dieser Art. Nach rund 30 Jahren, über 300 Songs und etwa zwei Dutzend Alben setzt er auf Rückblick statt Masterplan.

Bligg zieht Album-Schlussstrich

Foto: Michihuser / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Bligg beendet mit „The Bligg Picture“ ein langes Kapitel seiner Karriere. Nach rund 30 Jahren, mehr als 300 Songs und etwa zwei Dutzend Alben legt der Schweizer Musiker ein Werk vor, das weniger nach Abschied klingt als nach Neuorientierung. Statt nach dem nächsten Hit zu jagen, schaut er auf das große Ganze seiner Laufbahn.

Im Mittelpunkt des Albums stehen nicht nur Erfolge, sondern auch Umwege, wichtige Wegbegleiter und das private Leben. Bligg zeigt sich hier nicht allein als Entertainer, sondern auch als Familienvater und Ehemann Marco Bliggensdorfer. Die Songs verstehen seine Karriere nicht bloß als Sammlung von Singles, sondern als Teil einer größeren Lebensgeschichte.

Vom Rapper zum Erzähler

Diese Entwicklung spiegelt sich auch im Songwriting. Früher stand bei Bligg eher die markante Rap-Haltung im Vordergrund, heute scheint ihn vor allem das Erzählen zu interessieren. Mehrere Stücke auf dem Album wirken wie persönliche Momentaufnahmen. In „Galerie“ betrachtet er die eigene Karriere wie eine Ausstellung von Erinnerungen, während „Hallo Neuland“ den Blick nach vorn richtet.

  • Rückblick auf drei Jahrzehnte Musik
  • Themen wie Familie, Freundschaft und Älterwerden
  • Offene Frage, was nach dem Album kommt

Kein Ende, sondern ein Wechsel

Auch wenn Bligg dieses Studioalbum als letztes Konzeptalbum in dieser Form versteht, bedeutet das nicht das Aus seiner Musikfigur. Vielmehr verabschiedet er sich von einer Arbeitsweise, die ihn über Jahre geprägt hat. Was als Nächstes kommt, lässt er bewusst offen. Klar ist nur: Es soll Platz für neue Kapitel geben – möglicherweise auch für Projekte, bei denen er nicht mehr im Mittelpunkt stehen muss.

Genau darin liegt die eigentliche Botschaft von „The Bligg Picture“: weniger Schlussakkord als Perspektivwechsel. Bligg beschreibt diesen neuen Kurs selbst als Absage an das jahrelange Vorausplanen. Nach Jahrzehnten mit festem Fahrplan setzt er nun auf etwas, das für ihn neu ist: den Plan, keinen Plan zu haben.

Quelle: SRF