Bitcoin rutscht auf neues Tief
Die größte Kryptowährung ist auf den tiefsten Stand seit 2024 gefallen. Mehrere wichtige Marken sind gebrochen – und viele Anleger fragen sich jetzt, wo der Boden liegen könnte.

Bitcoin hat in den vergangenen Tagen erneut kräftig nachgegeben und dabei ein neues Jahrestief markiert. Zeitweise fiel der Kurs auf 57.700 US-Dollar und damit auf den niedrigsten Stand seit September 2024. Nach dem Rekordhoch von 126.000 Dollar hat sich der Preis damit mehr als halbiert, im laufenden Jahr lag das Minus zwischenzeitlich bei rund einem Drittel.
Die Stimmung am Markt ist deutlich abgekühlt. Auf der Prognoseplattform Polymarket wird die Chance auf ein neues Rekordhoch noch mit sechs Prozent bewertet. Zugleich rechnen dort mehr Teilnehmer mit einem Absturz auf 30.000 Dollar als mit einer Rückkehr auf 100.000 Dollar. Als Belastungsfaktoren gelten die Sorge vor höheren Zinsen, der starke US-Dollar, Konkurrenz durch KI-Aktien und die statistische Aussicht auf ein Verlustjahr für Bitcoin. Dazu kommen starke Abflüsse aus Bitcoin-ETFs, was Zweifel an der Standfestigkeit institutioneller Investoren nährt.
Diese Marken rücken jetzt in den Fokus
Viele Marktbeobachter halten es für möglich, dass der Ausverkauf noch nicht vorbei ist. Ein Blick auf frühere Zyklen zeigt: In den Phasen 2017/18 und 2021/22 dauerte es jeweils rund ein Jahr vom Hoch bis zum Tief. Die Rückgänge lagen damals bei 84 beziehungsweise 74 Prozent. Würde sich dieses Muster ähnlich wiederholen, könnte ein Tief erst rund um den 6. Oktober erreicht werden. Ein Minus von 75 Prozent vom Rekordhoch würde den Kurs deutlich unter 40.000 Dollar drücken.
Besonders beachtet wird derzeit der sogenannte Realized Price, der laut Daten von MicroMacro bei 53.000 Dollar liegt. Dieser Wert beschreibt den durchschnittlichen Preis, zu dem die zuletzt bewegten Bitcoin-Einheiten gehandelt wurden. Fällt der Marktpreis darunter, liegen die meisten Käufer rechnerisch im Minus. Historisch war das zwar oft ein Hinweis darauf, dass der Boden nicht mehr weit entfernt ist. Allerdings kam es in früheren Krisenphasen vor dem endgültigen Tief häufig noch zu zusätzlicher Panik und weiteren Kursverlusten unter diese Marke.
Ein weiterer viel beachteter Gradmesser ist die 200-Wochen-Linie, also der Durchschnittskurs der vergangenen 200 Wochen. Sie gilt am Kryptomarkt seit Jahren als wichtige Orientierung für langfristige Trends. Klar ist damit vor allem eines: Nach dem Bruch zentraler Unterstützungen bleibt Bitcoin in einer heiklen Phase. Ob bald eine Stabilisierung folgt oder die Suche nach dem Boden weitergeht, ist offen.
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