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Finanzen4. Juli 2026, 22:00 Uhr · von Redaktion

Baustoffe knapp, Preise explodieren

Kies, Sand und Schotter werden rar und deutlich teurer. Recycling könnte helfen, spielt auf Baustellen bislang aber nur eine Nebenrolle.

Baustoffe knapp, Preise explodieren

Auf dem Bau werden selbst klassische Rohstoffe wie Kies, Sand und Schotter zum Problem. Sie sind schwerer zu bekommen und kosten deutlich mehr als noch vor wenigen Jahren. Für Bauunternehmen bedeutet das längere Lieferwege, höhere Transportkosten und am Ende auch mehr CO2-Ausstoß. Gleichzeitig stehen in Deutschland viele Infrastrukturprojekte an, für die genau diese Materialien in großen Mengen gebraucht werden.

Hinzu kommt, dass bestehende Abbaustätten nach und nach erschöpft sind. Neue Standorte zu erschließen, ist offenbar immer schwieriger. In der Branche ist bereits von einer Knappheit bei Genehmigungen die Rede, weil Verfahren oft viele Jahre dauern. Das bringt Unternehmen unter Druck und erschwert die Planung entlang der gesamten Lieferkette. Nach Angaben aus dem Baustoffhandel steigen die Preise inzwischen teils beinahe im Tagesrhythmus.

Wie stark die Entwicklung ist, zeigen mehrere Beispiele: Der Preis für Bausand hat sich in den vergangenen fünf Jahren um 44,1 Prozent erhöht, Baukies wurde 45,4 Prozent teurer. Noch stärker fiel der Anstieg bei Kalkstein zur Zementherstellung aus, dort liegt das Plus bei 53,6 Prozent. Auch bei Beton ist der Sprung massiv: Kostete eine Tonne früher rund 60 Euro, werden inzwischen teils 150 Euro verlangt.

Recycling bleibt weit unter seinen Möglichkeiten

Eine mögliche Entlastung wäre längst verfügbar. Bauschutt kann aufbereitet und wieder als Baustoff genutzt werden, statt auf Deponien zu landen. In Dortmund wird etwa Schutt zerkleinert, auf Fremd- und Schadstoffe geprüft und anschließend als zertifizierter Recycling-Schotter für den Straßenbau eingesetzt. Dort entsteht inzwischen sogar Recycling-Zement, der Rohstoffe und Energie sparen soll.

Trotzdem ist der Anteil recycelter Baustoffe bei Bauprojekten mit rund 15 Prozent bislang niedrig. Die Technik gilt als ausgereift, doch vor allem bei öffentlichen Vorhaben gibt es laut Bericht große Hürden. Dabei könnte gerade mehr Wiederverwertung helfen, die Rohstoffknappheit abzufedern und den Druck auf Preise, Transporte und Ressourcen etwas zu senken.