Basler Roboter backt Crêpes
Aus einer geschlossenen Kantine wurde eine Geschäftsidee: Ein Basler Start-up hat einen Roboter gebaut, der Crêpes nach Auswahl am Touchscreen in rund 90 Sekunden frisch zubereitet.

Weil an einem Forschungsstandort in Neuenburg die Kantine dichtmachte, begann für Robert Hennig eine ganz praktische Suche nach besserem Essen. Statt frischer Gerichte gab es dort nur noch abgepackte Mahlzeiten aus dem Automaten oder Mikrowellenkost. Für den Robotik-Doktoranden an der EPFL war das der Anstoss für eine Idee: Wenn Technik heute so weit ist, müsste sie doch auch frische Mahlzeiten in guter Qualität möglich machen.
Gemeinsam mit seinem Bruder Marten Hennig gründete er daraufhin in Basel das Start-up Maus Robotics. Das Ziel: Robotik in den Alltag holen. Der erste Schritt ist eine Maschine, die vor den Augen der Kundschaft eigenständig Essen zubereitet. Zur Auswahl standen anfangs verschiedene Gerichte wie Pizza, Pasta oder Pfannkuchen – am Ende fiel die Entscheidung auf Crêpes.
Warum ausgerechnet Crêpes?
Die Wahl hatte gleich mehrere Gründe. Crêpes sind schnell zubereitet, schmecken frisch besonders gut und haben für die Brüder auch einen persönlichen Bezug: Ihre Grossmutter servierte ihnen früher jeden Freitag welche. Was in der Küche nach einer einfachen Aufgabe aussieht, entpuppte sich für die Entwickler allerdings als knifflige Robotik-Frage – schon das gleichmässige Verteilen des flüssigen Teigs auf der heissen Platte erwies sich als Herausforderung.
- Die Teigverteilung wurde mehrfach neu entwickelt.
- Frühere Versuche liefen unter anderem mit Crêpe-Rechen und Edelstahlspatel.
- Die Kundschaft bestellt per Touchscreen, danach arbeitet die Maschine allein.
90 Sekunden bis zur Ausgabe
Inzwischen übernimmt der Roboter nicht nur das Backen, sondern auch das Falten der Crêpes. Dabei kommen Kameras und KI zum Einsatz, um die Abläufe zu verbessern. Nach rund 90 Sekunden landet die fertige Bestellung in der Ausgabeschublade. Bisher wurde das System vor allem bei Veranstaltungen getestet – dort zog der Crêpe-Roboter bereits viele neugierige Blicke auf sich.
Für Maus Robotics ist das erst der Anfang. Die Basler wollen ihre Technik nicht nur als Event-Hingucker verstanden wissen, sondern auch im Alltag etablieren – genau dort, wo frisches Essen bislang oft an fehlender Infrastruktur scheitert.
Quelle: SRF