Bärenalarm nach sechs Toten
Nach mehreren tödlichen Bärenangriffen in der russischen Region Krasnojarsk ermitteln Behörden wegen möglicher Fahrlässigkeit. Allein im September wurden dort sechs Todesfälle und mehr als 120 Meldungen über Bären in Ortschaften registriert.

Foto: Viktor Novgorodov / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Nach mehreren tödlichen Zwischenfällen mit Bären in Sibirien haben Ermittler in Russland reagiert. In der Region Krasnojarsk wurde ein Strafverfahren wegen möglicher Fahrlässigkeit eingeleitet. Auslöser ist eine Serie von Angriffen, bei denen laut zuständiger Behörde allein im September sechs Menschen ums Leben kamen.
Ermittler sehen Versäumnisse
Nach Angaben des Ermittlungskomitees sollen Stellen im regionalen Umweltministerium und weitere Verantwortliche trotz wiederholter Warnungen nicht ausreichend gehandelt haben. Im Fokus steht der Vorwurf, dass keine wirksamen Schritte gesetzt wurden, um die Zahl der Raubtiere zu regulieren und ihr Auftauchen in bewohnten Gebieten einzudämmen.
Die Behörde verweist darauf, dass der Bestand an Braunbären in dem Gebiet auf mehr als 26.000 Tiere angewachsen sei. Gleichzeitig meldeten Einwohnerinnen und Einwohner der Region über 120 Sichtungen, bei denen Braunbären direkt in Ortschaften auftauchten.
Begegnungen nehmen zu
Russland ist als flächenmäßig größtes Land der Erde Lebensraum für viele Braun- und Eisbären. Begegnungen zwischen Mensch und Tier enden dort immer wieder gefährlich, teils auch tödlich. Seit Wochen wird aus verschiedenen Regionen des Landes fast täglich von neuen Angriffen berichtet.
- Sechs Todesfälle im September in der Region Krasnojarsk
- Mehr als 120 Meldungen über Bären in Siedlungen
- Bestand laut Ermittlern bei über 26.000 Braunbären
Solche Konflikte gibt es nicht nur in Russland. Auch im US-Bundesstaat Kalifornien, vor allem rund um Los Angeles, gehören Begegnungen von Schwarzbären mit Menschen in äußeren Wohngebieten zum Alltag. Gerade im September, kurz vor dem Winterschlaf, zieht es die Tiere auf Futtersuche häufiger aus abgelegenen Bergregionen in die Nähe menschlicher Siedlungen.
Quelle: ORF