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Politik23. September 2026, 19:04 Uhr · von Redaktion

Bären drängen in die Vororte

In Kalifornien häufen sich Begegnungen mit Schwarzbären, besonders rund um Los Angeles. Die Wildtierbehörde zählte 2025 mehr als 2.700 Meldungen – deutlich mehr als noch vor zehn Jahren.

Bären drängen in die Vororte

Foto: Alek Leckszas / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Während in Alaska bei der „Fat Bear Week“ gerade die beliebtesten und rundlichsten Bären gefeiert werden, sorgt dieselbe Tierart weiter südlich für deutlich weniger entspanntes Staunen: In Kalifornien, vor allem im Großraum Los Angeles, gehören Schwarzbären in den äußeren Wohngebieten inzwischen fast schon zum Alltag. Besonders im September, kurz vor dem Winterschlaf, zieht es die Tiere auf Futtersuche aus den Bergen in Richtung Siedlungen.

Ein Grund dafür sind laut Bericht trockene Sommer und große Waldbrände, die das natürliche Nahrungsangebot verringern können. In Wohngebieten finden die Bären dagegen leicht zugängliche Kalorien: volle Mülltonnen, Obstbäume, offen gelagerte Lebensmittel – und sogar Pools, die an heißen Tagen zusätzlich locken. Für die Tiere ist das menschliche Nahrungsangebot besonders attraktiv, weil es schneller Gewicht bringt als Beeren, Wurzeln oder Würmer.

Deutlich mehr Meldungen

Nach offiziellen Schätzungen leben derzeit rund 60.000 Schwarzbären in Kalifornien, Tendenz steigend. Die kalifornische Fischerei- und Wildtierbehörde registrierte 2025 mehr als 2.700 Meldungen zu Kontakten mit Schwarzbären. Vor zehn Jahren waren es etwas mehr als 400. Die Behörde weist allerdings darauf hin, dass sich auch die Erfassungssysteme verändert haben. Trotzdem wird für dieses Jahr bereits mit einem neuen Höchststand gerechnet.

  • Schwarzbären kommen häufiger bis an Wohnhäuser
  • Besonders betroffen: Vororte rund um Los Angeles
  • Lockmittel sind Müll, Obst, Lebensmittel und Wasserquellen

Vergrämen statt umsiedeln

Viele Anwohner haben sich längst an die tierischen Besucher angepasst. Einige dokumentieren die Besuche sogar regelmäßig, achten aber gleichzeitig darauf, keinen Müll oder andere Lockstoffe stehen zu lassen. Die Behörden setzen vor allem auf Vergrämung – also auf Lärm, Rufe, Lufthupen und in manchen Fällen Paintball-Pistolen. Eine Tötung sei nur das letzte Mittel, wenn ein Tier zur Gefahr für die öffentliche Sicherheit werde und nicht sicher zurück in die Wildnis gebracht werden könne.

Auch eine Umsiedlung gilt nicht automatisch als Lösung, weil Bären oft in bekannte Gebiete zurückfinden. Dass die Lage ernst bleibt, zeigen mehrere Vorfälle der vergangenen Monate: Zwei Schulen bei Oakhurst mussten kürzlich vorübergehend schließen, weil ein Bär auf dem Gelände unterwegs war. In Altadena verschanzte sich vergangenes Jahr ein Tier tagelang im Keller eines Hauses. Der Alltag mit Bären ist in Teilen Kaliforniens damit längst keine Ausnahme mehr, sondern eine neue Realität.

Quelle: ORF