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Musik & Film30. Oktober 2026, 19:00 Uhr · von Redaktion

ARD-Film mit Zweiflers-DNA

Die ARD zeigt mit „Doitscha - Alles geht vorüber“ eine Familienkomödie nach dem Roman von Adriana Altaras. Mit Mark Waschke und Oriana Schrage erzählt der Film vom deutsch-jüdischen Alltag und Konflikten in einer Kölner Familie.

ARD-Film mit Zweiflers-DNA

Foto: kreiszeitung

Die neue ARD-Produktion „Doitscha - Alles geht vorüber“ bringt eine Familiengeschichte auf den Bildschirm, die eng mit einem bekannten TV-Erfolg verknüpft ist. Der Film basiert auf dem 2015 erschienenen autobiografisch geprägten Roman „Doitscha“ von Adriana Altaras – der Mutter von Aaron und Leo Altaras, die viele aus der ausgezeichneten ARD-Serie „Die Zweiflers“ kennen.

Im Mittelpunkt steht Adriana, gespielt von Oriana Schrage, eine jüdische Theatermacherin aus Köln. Nachdem sie in einer Talkshow über jüdisches Leben in Deutschland spricht, folgt direkt die nächste große Aufgabe: Sie soll zum Holocaust-Gedenktag in der Frankfurter Paulskirche reden. Gleichzeitig gerät ihr Familienleben zunehmend aus dem Takt. Ihr nichtjüdischer Ehemann Georg, den Mark Waschke spielt, steht plötzlich stärker als bisher für alles, woran sich in der Familie Konflikte entzünden.

Familienstreit und Alltagserfahrung

Besonders deutlich wird das beim älteren Sohn David, dessen Auseinandersetzungen mit dem Vater schnell größer wirken als bloße Tischgespräche. Hinter den vermeintlichen Glaubensfragen steckt vor allem ein typischer Generationenkonflikt. Ganz anders ist die Lage beim jüngeren Sohn Sammy: Er erlebt in der Schule antisemitische Anfeindungen, spricht aber lange nicht darüber. Genau darin liegt eine der stärksten Ebenen des Films: Er verbindet familiären Schlagabtausch mit sehr konkreten Erfahrungen jüdischen Alltags in Deutschland.

  • Vorlage: autobiografischer Roman „Doitscha“
  • Drehbuch: Momme Peters und Ester Amrami
  • Regie: Ester Amrami
  • Weitere Rollen: Samuel Finzi, Inge Maux, Bettina Böttinger

Fast wie „Die Zweiflers“ 2.0

Der Film setzt auf kluge Figuren und pointierte Dialoge und erinnert damit stellenweise an eine Art Fortsetzung im Geiste von „Die Zweiflers“. Dazu passt auch, dass Aaron Altaras in einer Gastrolle auftaucht. Neben ihm ist unter anderem Samuel Finzi als aron-artige Bezugsperson der Familie zu sehen. So entsteht eine Komödie, die zugleich leichtfüßig und bissig ist – und den Blick nach innen richtet: auf Widersprüche, Reibungen und das deutsch-jüdische Lebensgefühl im Jahr 2026.

Quelle: kreiszeitung